Ansicht einer dunkelroten Wand im Museum, an der viele Bilder in historischen Rahmen hängen.

Wallraf-Richartz-Museum, Köln

Im Zentrum von Köln liegt mit dem Wallraf das bedeutendste Kunstmuseum Nordrhein-Westfalens. Der moderne Bau beherbergt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen mittelalterlicher Malerei.

Wallraf-Richartz-Museum, Köln
Rembrandt, Self-Portrait with Two Circles (1665-1669), Kenwood House

Die Historie des Museums geht zurück auf die Bestrebungen des Kölner Bürgers Ferdinand Franz Wallraf, der zeitlebens zahlreiche Kunstwerke vor der Säkularisierung bewahrte und schließlich eine umfangreiche Sammlung an wertvollen Kunstgegenständen von Altären und Gemälden bis hin zu Zeichnungen und Büchern besaß. Nach seinem Tod veranlasste Wallraf, dass seine umfangreiche Sammlung der Stadt überlassen wird. Schon bald suchte man in Köln nach einem geeigneten Ort für die Unterbringung der Objekte. Der befreundete Maler und Schriftsteller Matthias Joseph de Noël setzte sich bei den Verhandlungen um das Erbe mit dem Rat der Stadt zusammen und konnte 1827 veranlassen, dass eine provisorische Unterbringung im ehemaligen Quartier der Kölner Erzbischöfe in der Trankgasse eingerichtet wurde.

Drei weitere Jahrzehnte sollte es dauern, bis die Sammlung ein eigenes Gebäude bekommen sollte. Der Bau konnte dank einer Spende Johann Heinrich Richartz über 100.000 Taler realisiert werden – womit das Museum seinen Doppelnamen erhielt. Die Pläne für das Gebäude lieferte der Kölner Architekt Josef Felten, ein Freund Richartz, womit zügig die Grundsteinlegung auf dem Gelände des ehemaligen Minoritenklosters erfolgen konnte. Sieben Jahre später, am 1. Juli 1861, wurde das Wallraf-Richartz-Museum feierlich eröffnet.

Im Laufe der Jahrhunderte vermehrte sich die Sammlung aufgrund weiterer großzügiger Schenkungen von Kölner Bürgern. Das Konvolut wuchs derart an, dass Mitte des letzten Jahrhunderts der damalige Direktor des Museums, Gerhard Bott, gemeinsam mit dem Stifterehepaar Ludwig beschloss, ein eigenes Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu etablieren – das Museum Ludwig war geboren. 1974 erfolgte die Ausschreibung für den architektonischen Entwurf des Komplexes, die 1976 auf die Kölner Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer fiel. 1986 konnten das Wallraf-Richartz-Museum und das Museum Ludwig ihr neues Domizil zwischen Dom und Rhein beziehen.

Zum 350. Todestag Rembrandts präsentiert das Wallraf-Richartz-Museum momentan ausgesuchte Arbeiten des Künstlers, seiner Zeitgenossen und Schüler wie Jan Lievens, Govert Flinck und Ferdinand Bol. Die Ausstellung „Inside Rembrandt • 1606-1669“ lässt die Besucher in die Welt des Niederländers eintauchen und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Dazu zeigt das Museum neben eigenen Rembrandt-Werken auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern. Die Ausstellung läuft vom 1. November 2019 bis zum 1. März 2020 und ist eine Kooperation zwischen dem Wallraf-Richartz-Museum und der Nationalgalerie Prag.

Weitere Informationen:
www.wallraf.museum

Anfahrt:
Bis Haltestelle Köln Hbf/Dom, von dort in wenigen Minuten zu Fuß durch die Altstadt zum Museum. Oder vom Hauptbahnhof mit verschiedenen U- und Stadtbahnen sowie Bussen zu den Haltestellen Köln Heumarkt oder Köln Rathaus.

Information

Region:
VRS
Wallraf-Richartz-Museum
Obenmarspforten 40
50667 Köln