Ein kleines weißes Auto steht auf einem Kopfsteinplatz. Auf das Auto wurden gelbe und blaue Sechsecke lackiert, außerdem ist das Logo von G-Mobil zu sehen.
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Foto: Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM)

G-Mobil in Gronau: Moderner Nahverkehr kommt auf Bestellung

Vor einem Monat hat Gronau im Kreis Borken das innerstädtische Stadtbusangebot auf flächendeckende On-Demand-Verkehre umgestellt.

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„Lädt mich mal jemand nach Gronau ein? Das hier klingt sehr cool!!“, schreibt Andrea auf Facebook zum G-Mobil, dem neuen On-Demand-Verkehr im münsterländischen Gronau. Die Stadt stellt seit Anfang Juni ihr Nahverkehrsangebot unter der Marke G-Mobil komplett neu auf. Nach einem Monat Probelauf ersetzen seit Juli zunächst drei Shuttles die früheren Stadtbuslinien und bieten Mobilität nach Maß. Zum Start erstreckt sich das Bediengebiet über den nördlichen Teil der Stadt, sodass vorerst rund 34.000, später sogar alle 49.000 Einwohner*innen Gronaus von einem erweiterten Liniennetz und vor allem von einem flexiblen, bedarfsorientierten Nahverkehrsangebot profitieren. Die barrierefreien Shuttles fahren auf Abruf zu selbst gewählten Abfahrtszeiten, sie bringen ihre Fahrgäste direkt zu gewünschten Zielen wie dem Krankenhaus, Altenheimen oder großen Geschäften.

G-Mobil schafft neue ÖPNV-Verbindungen: Ausbau bis zum Regelbetrieb

Der neue Nahverkehr in Gronau läuft die ersten sieben Monate im Pilotbetrieb und soll in dieser Zeit weiter ausgebaut werden. Schon jetzt wurde das Bediengebiet von G-Mobil im Vergleich zum früheren Stadtbusverkehr deutlich erweitert. Durch die Integration des Gewerbegebiets Gronau-Ost haben jetzt 4.000 Berufspendler*innen die Chance, ihren Arbeitsplatz mit dem ÖPNV zu erreichen – mit flexiblen Fahrtmöglichkeiten innerhalb der Bedienzeiten. Werktags können die Shuttles derzeit von 6 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 14 Uhr sowie sonn- und feiertags von 14 bis 19 Uhr gebucht werden. Fuhren die Stadtbusse lediglich einmal pro Stunde, fahren die Shuttles immer dann, wenn sie gebraucht werden. Damit sind auch schnelle Anbindungen an die überregionalen Bus- und Bahnlinien möglich. Im Regelbetrieb wird zusätzlich der Stadtteil Epe mit rund 15.000 Einwohner*innen durch G-Mobil erschlossen und angebunden. Die Bedienzeiten sollen dann auf werktags 5 bis 24 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 7 bis 24 Uhr verlängert werden. Die Stadt Gronau will mit G-Mobil wieder mehr Menschen vom ÖPNV überzeugen. Vorbild für das Projekt ist der Bus-On-Demand-Verkehr „Loop“ in Münster.

Info

Die Fahrzeuge

G-Mobil wird zunächst mit drei Shuttle-Fahrzeugen betrieben. Eingesetzt werden je zwei sogenannte London-Cabs und vorerst noch ein Diesel-Vito, der schnellstmöglich durch einen E-Vito ersetzt werden wird. Die Cabs verfügen über einen klimaschonenden Hybridantrieb, bieten bis zu sechs Sitzplätze und sind durch eine ausfahrbare Rampe auch für Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen gut zugänglich. Der E-Vito läuft per Elektroantrieb, er wird barrierefrei umgebaut und bietet dann ebenfalls bis zu sechs Sitzplätze. Zum Jahreswechsel soll die Flotte um ein weiteres Shuttle ergänzt werden.

So funktioniert’s: On-Demand-Shuttle zum Verbundtarif

Seit Juni 2021 steht die Marke G-Mobil für den Nahverkehr in Gronau. In den E-Shuttles gelten die Fahrpreise des WestfalenTarifs. Das macht die Nutzung einfach und kundenfreundlich.

 

G-Mobil per App oder Telefon buchen

Wer mit dem G-Mobil fahren will, der bucht die Fahrt einfach per App: RVM On-Demand im Google Play Store oder im App Store. Das G-Mobil kann auch telefonisch über die Rufnummer 0251 62853110 bestellt werden – spontan oder bis zu sieben Tage im Voraus.

 

 

130 Haltestellen im Bediengebiet

Die G-Mobil-Shuttles halten an insgesamt 130 Haltestellen, dazu gehören die bekannten Haltestellen der früheren Stadtbuslinien und 51 zusätzliche virtuelle Haltepunkte, die über die App ausgewiesen werden.

 

 

Direktverbindung ohne Umstieg

Für G-Mobil gibt es keinen festen Fahrplan und keine festen Routen. Fahrgäste werden auf dem schnellstmöglichen Weg zur Wunschhaltestelle gebracht. Alle Verbindungen sind ohne Umstieg möglich.

 

 

Tickets kaufen leicht gemacht

Die Bezahlung des G-Mobil-Tickets kann bar direkt im G-Mobil oder online per PayPal, Kreditkarte sowie Lastschrift erfolgen. Bei der Online-Zahlung erfolgt eine Weiterleitung an die BuBiM-App (Bus und Bahn im Münsterland).

 

 

Keine Zusatzkosten für Abokund*innen

Wer ein Zeit- oder Aboticket aus dem WestfalenTarif oder aus dem NRW-Tarif besitzt, kann das G-Mobil ohne zusätzliche Kosten nutzen (ausgenommen SchulwegMonatsTicket). Einfach einsteigen, Ticket zeigen und fahren.

 

G-Mobil kommt gut an: 720 Kund*innen im ersten Monat

Dieser Service kommt bei den Menschen in Gronau gut an. Schon im ersten Monat zählte die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) als verantwortliches Verkehrsunternehmen 720 registrierte G-Mobil-Kund*innen. Davon haben sich 696 Kund*innen die App „RVM On Demand“ für die Nutzung heruntergeladen. Die zwei Wochen nach Projektstart frei geschaltete Telefonhotline nahm bis Monatsende 24 weitere Registrierungen entgegen. Insgesamt 459 Fahrten mit zusammengerechnet 591 Fahrgästen legten die drei Shuttles im Juni zurück. Die Fahrgastzahlen sind kontinuierlich von 90 Passagieren in der ersten auf 223 in der vierten Woche gestiegen. Dabei haben rund 62 Prozent aller Fahrgäste schon mehr als eine Fahrt mit dem G-Mobil gemacht. Dass der Nahverkehr auf Bestellung für Kund*innen attraktiv ist, zeigen am Monatsende auch die Bewertungen der App RVM On Demand mit 4,1 von 5 möglichen Sternen im App Store und 4,9 Sternen bei Google Play. „Die Startphase für das G-Mobil ist erfolgreich beendet. Wir erwarten eine wachsende Nachfrage, sobald wir im Juli die Stadtbuslinien komplett einstellen. Bislang konnten die Fahrgäste ja noch beide Angebote nutzen“, meint Projektleiter Dennis Schöne vom RVM-Verkehrsmanagement.

Modellvorhaben innovativer ÖPNV

G-Mobil ist ein Projekt im Rahmen Wettbewerbs Mobil.NRW Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum. Organisiert wird der neue Bedarfsverkehr von der Stadtverwaltung Gronau, mit Unterstützung des Kreises Borken als Aufgabenträger. Projektpartner und Betreiber des G-Mobils ist die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) im Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro plan:mobil. Die Software des neuen Verkehrsangebots liefert ioki, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Kundeninformationen zum G-Mobil finden sich unter www.mein-gmobil.de.