Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand, auf dessen Bildschirm eine Route angezeigt wird.
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Foto: Stadtwerke Gütersloh

„Shuttle – Holt dich ab“ in Gütersloh: Modellprojekt für innovativen ÖPNV

Mit dem „Shuttle – Holt dich ab“ schließt die Stadtbus Gütersloh GmbH Angebotslücken und schafft eine flächendeckende ÖPNV-Anbindung.

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Ist die Haltestelle schnell erreichbar und der ÖPNV abfahrbereit, dann lassen mehr Berufspendler*innen ihr Auto in der Garage stehen. Diese Idee steht hinter dem Mobilitätsprojekt „Shuttle – Holt dich ab“ in Gütersloh. Seit sechs Monaten ergänzen zwei klimaschonende elektrisch-betriebene Cabs nach dem Modell der London-Taxis und ein moderner Großraum-Van das Angebot der Stadtbus Gütersloh GmbH. Die Shuttles bedienen an Werktagen über 4.000 virtuelle Haltepunkte in den Stadtteilen Avenwedde, Friedrichsdorf und Isselhorst, in denen es zuvor keine flächendeckende ÖPNV-Anbindung gab. Dort schaffen sie eine attraktive und pünktliche Anbindung an den Bahnverkehr der Stadt. In den Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen wird der Shuttle-Service sogar auf das gesamte Stadtgebiet erweitert.

    So funktioniert das „Shuttle – Holt dich ab“

    • App downloaden: Die Shuttle-App steht kostenlos für iOS und Android zur Verfügung.
    • Registrieren: Fahrgäste müssen sich in der App einmalig registrieren und ihre Kundendaten hinterlegen.
    • Fahrt buchen: Fahrgäste wählen in der App ihren Start- und Zielort aus, buchen eine Fahrt und erhalten umgehend eine Abholzeit sowie die ungefähre Fahrtzeit.
    • Haltestelle aufsuchen: Im Hintergrund berechnet ein Algorithmus je nach Fahrgastaufkommen, gewünschtem Ziel und verfügbaren Fahrzeugen die günstigste Route mit den entsprechenden Haltepunkten. Diese liegen meist maximal 200 Meter entfernt. Fahrgäste können über die App das Shuttle-Fahrzeug live verfolgen und sehen, wann es zum Abholort kommt.
    • Bezahlen: Kund*innen mit einem Abo im WestfalenTarif zahlen 3 Euro pro Person und Fahrt im gesamten Stadtgebiet. Für Fahrgäste ohne Abo kostet jede Fahrt 4 Euro. Die Abrechnung zum Festpreis erfolgt mit PayPal, Kreditkarte oder Guthabenkarte.
    Tipp

    Barrierefrei unterwegs

    Die Shuttles sind auch ein ideales Angebot für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die London-Cabs bieten Platz für bis zu sechs Fahrgäste, alternativ können im geräumigen Innenraum ein*e Rollstuhlfahrer*in sowie eine Begleitperson mitfahren und das barrierefreie Mobilitätsangebot nutzen. Im Großraum-Van sind bis zu sechs Fahrgäste und ein*e Rollstuhlfahrer*in gut unterwegs.

    Die Mobilitätswende im Blick

    Die Stadt Gütersloh und die Stadtbus Gütersloh GmbH als Projektpartner verstehen den On-Demand-Verkehr als Impuls für die innerstädtische Mobilitätswende. Der zunächst auf drei Jahre angelegte Shuttle-Service konnte sich als eines von 13 Projekten im Wettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ durchsetzen. Das Land fördert den innovativen Fahrdienst mit rund 2,2 Millionen Euro. Weitere 800.000 Euro werden von der Stadt Gütersloh finanziert.

     

    Schematische Darstellung einer Glühbirne.

     

    „Gute Mobilität ist Standortfaktor und Lebensqualität – besonders außerhalb der großen Metropolen. Der On-Demand-Shuttle in Gütersloh macht Mobilität besser, sicherer und sauberer. Dass die Menschen den innovativen Fahrdienst zu ÖPNV-Preisen so gut nutzen, bestätigt uns darin, neue Ideen und zukunftsweisende Mobilitätsprojekte zu fördern und voranzutreiben.“

    Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister
     

     

    Schematische Darstellung einer Glühbirne.

     

    „Mit der Einführung des Shuttle-Angebots haben wir Mobilität in unserer Stadt ganz neu gedacht. Unser Shuttle schließt die Lücke zwischen individuellen Bedürfnissen und öffentlichen Beförderungsmöglichkeiten – und das kommt bei unseren Fahrgästen gut an.“

    Ralf Libuda, Geschäftsführer Stadtbus Gütersloh GmbH

     

    Schematische Darstellung einer Glühbirne.

     

    „Das Modellprojekt ‚Shuttle – holt dich ab‘ bietet einen wirklichen Anreiz, auf das eigene Auto zu verzichten. Es ist ein Baustein für eine klimafreundliche Mobilität in der Stadt, aber auch ein wichtiger Beitrag für eine flexible Mobilität, für die Verbindung der Ortsteile mit der Kernstadt. Wir freuen uns, dass wir als Modellkommune die Ergebnisse auch für andere Städte nutzbar machen können.“

    Christine Lang, Erste Beigeordnete der Stadt Gütersloh