Ein kleiner rot-weißer Shuttlebus steht an einer Bushaltestelle.
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Foto: Kreis Soest / Thomas Weinstock

Unterwegs mit SOfia, dem inklusiven und autonomen Shuttle aus Soest

„SOfia“ ermöglicht als erster autonomer Kleinbus eine barrierefreie Kommunikation zwischen Fahrgästen und Fahrzeug.

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Für viele Menschen steht die Mobilität der Zukunft vor allem dafür, klimafreundlich und flexibel unterwegs zu sein. Dass unabhängiges Reisen aber weit mehr bedeutet, zeigt „SOfia“: Seit Anfang Juli 2021 ist der autonome und inklusive Shuttlebus auf einer extra neu eingerichteten Linie in Soest unterwegs und testet in dem Projekt Ride4all, wie die Mobilität für Menschen mit körperlichen oder sensorischen Beeinträchtigungen gestaltet werden kann. Die Abkürzung SOfia steht dabei für „Soest fährt inklusiv und autonom. „Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – für alle Menschen. Bei der Entwicklung von SOfia sind die besonderen Anforderungen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von Beginn an mitgedacht und berücksichtigt worden“, weiß Birgit Westers, Landesrätin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.

Info

Allein im ersten Betriebsmonat hat SOfia mehr als 200 Fahrten absolviert. Der autonome Shuttle verbindet auf seiner Strecke das Berufsbildungswerk des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und den Soester Bahnhof. Jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag startet SOfia am Soester Busbahnhof am Bussteig E in Richtung LWL-Berufskolleg: stündlich von 8.10 Uhr bis 12.10 Uhr und von 14.10 Uhr bis 16.10 Uhr (ausgenommen Mittwochvormittag).

So macht SOfia Mobilität von morgen schon jetzt erlebbar

Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern und 360-Grad-Rundumsicht: Damit sich SOfia eigenständig im Soester Verkehr bewegen kann, ist das Fahrzeug mit Kameras und einer umfangreichen Sensorik ausgestattet. Weichen die hochauflösenden Sensoren von der detaillierten Streckenkarte ab, drosselt das Fahrzeug die Geschwindigkeit oder hält ganz an. Auch unvorhersehbare Hindernisse – wie eine Mülltonne auf der Straße oder zu eng überholende Radfahrer*innen – werden so problemlos erkannt. Sicherheit steht hier an oberster Stelle: Bei jeder Fahrt ist immer ein*e Operator*in an Bord, der oder die bei Bedarf eingreifen kann. Die Fahrtbegleiter*innen sind Profis der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) und fahren normalerweise große Linienbusse. Alle haben eine besondere Schulung im Umgang mit dem Shuttle erhalten. Und auch der Umweltschutz wird bei SOfia beachtet: Das Fahrzeug fährt dank elektrischem Antrieb emissionsfrei. Mithilfe der App „mobil info“ erhalten Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Auskunft über Halte- und Umsteigepunkte – durch die verbaute Hardware ivantoConnect lässt sich das sogenannte Tür-Finde-Signal auslösen, welches es vor allem blinden- und sehbehinderten Menschen ermöglicht, selbstständig in SOfia einzusteigen.  

So sieht SOfia in Aktion aus

Die Projektpartner*innen

„Vernünftige Politik der Mitte denkt die alltägliche Mobilität der Menschen in Stadt und Land weiter. Mit dem Projekt SOfia ist das eindrucksvoll gelungen“, beton auch Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Die Zukunft der Mobilität ist digital, vernetzt und immer öfter auch autonom. Mit den automatisierten Shuttle-Bussen erleichtern wir Menschen die barrierefreie Teilhabe am mobilen Leben. In Nordrhein-Westfalen wird die Zukunft der Mobilität nicht nur erforscht und entwickelt, sondern auch früh erlebbar gemacht.“ Auch das BMVI Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur setzt auf das Zukunftskonzept „Autonomes Fahren“ und fördert das Projekt Ride4All im Rahmen der Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren" mit einer Summe von 2,28 Mio. Euro.

Über das Projekt Ride4All

Das Projekt Ride4All verbindet autonome Mobilität und die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Menschen: Dank SOfia können die Forscher*innen ihren Ansatz eines „Design for All“ – also einem barrierefreien Shuttle – im realen Straßenverkehr testen und aus diesen wissenschaftlichen Beobachtungen Handlungskonzepte für einen barrierefreien Einsatz automatisiert fahrender Kleinbusse im öffentlichen Nahverkehr ableiten.