Am Lago Maggiore des Ruhrgebiets

Highlight der Tour: Der Baldeneysee. Der See ist der See ist der See. Der Baldeneysee ist eine funkelnde Perle im Collier des Ruhrgebiets. Er wurde 1931 bis 1933 gebaut. Die Schwierigkeit bei der Planung des Stausees war, seine Durchlaucht, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, den Essener Stahlfürsten, von dem Projekt zu überzeugen. Denn es mussten einige Krupp´sche Grundstücke geflutet werden. Das entscheidende Argument für Gustav Krupp war, dass seine Villa Hügel entschieden näher ans Wasser rückte und er somit einen prima Seeblick hatte.

Am Lago Maggiore des Ruhrgebiets
Foto: Elke Brochhagen/Stadtbildstelle Essen

Einkehrmöglichkeiten

Wenn es das Wetter zulässt und man draußen sitzen kann, ist der Blick über den See im ehemaligen Restaurant "Fährmann am See" unvergleichlich. Ab Frühjahr 2019 findet sich an altbekannter Stelle eine Filiale des Café Extrablatt wieder. Da der Baldeneysee in der Nähe von Südtirol liegt, ist es eine Selbstverständlichkeit, sich im gleichnamigen Etablissement "Südtiroler Stuben" niederzulassen. Beim Kult-Griechen "Hügoloss" direkt an der S-Bahn-Station Essen-Hügel kann man sich kurz vor der Abfahrt noch mit Zaziki und Co. stärken, damit die Lieben zu Hause riechen können, wo man war. Und ein gescheites Belohnungsbier gibt es dort natürlich auch.
 

Beschreibung der Wandertour

Wir starten am S-Bahnhof Essen-Kupferdreh und wenden uns in Richtung Westen (nicht in Richtung "City" von Kupferdreh gehen!). Eine Tafel weist am Bahnhof auf den "Fußweg zum Baldeneysee" hin. Im Industriegebiet halten wir uns zunächst rechts, hinter dem Bürokomplex KU28 gehen wir in den neu geschaffenen Park auf den sich durchschlängelnden Weg. Wir erreichen einen Parkplatz und gehen links über die ehemalige Eisenbahnbrücke auf Holzbohlen über die schon recht breite Ruhr. Am Ende der Brücke geht es scharf links hinab zum Seeufer. Ab hier können wir uns bis kurz vor Schluss der Tour an dem weißen Dreieck orientieren.

Es geht immer am See entlang. Wir genießen fantastische Ausblicke auf den Baldeneysee. Ich bin den Weg in der Abendstimmung eines Spätsommertags gegangen und dachte: "Wow, am Lago Maggiore kann es definitiv nicht schöner sein." Wir gehen weiter am Seeufer bis zum Restaurant "Fährmann am See". Dort geht der Weg zunächst rechts und dann links am Parkplatz entlang. Wir können auf dieser Wegstrecke nicht direkt am Wasser gehen, weil dort die Yachten und Jollen der Ruhrgebiets-Milliardäre liegen. Nun, ob jedes Boot einem Ruhrgebiets-Dagobert Duck gehört, kann ich natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen. Fakt ist aber, dass meines Wissens nach Essen über die höchste Milliardärsdichte Deutschlands verfügt.

Hinter dem Yachthafen dann wieder am See entlang. Etwa zwei Kilometer später verlassen wir mit dem weißen Dreieck den See, kreuzen den Radweg und gehen ungefähr hundert Meter auf Asphalt auf dem Freiherr-vom-Stein-Weg. Dann folgen wir einem schmalen Pfad, der den rechten Hang hinaufführt. (Achtung: Markierung fehlt, es gibt aber nur einen schmalen Pfad, der rechts hochführt). Erst geht es leicht bergan, dann wird es in Kehren immer steiler. Nun könnte der ein oder andere sagen, warum soll ich mir das antun, man hätte doch bequem weiter am See entlanggehen können. Stimmt natürlich einerseits, andererseits gilt erstens: Das Belohnungsbier muss sich verdient werden. Zweitens: Es gibt keine Wanderung ohne Gipfelbesteigung. Drittens: der Lohn für die Wanderarbeit: Ein irrer Ausblick über den Baldeneysee. Mit dem Dreieck und der Markierung A3 geht es dann wieder gemächlich hinab in Richtung See. Wir erreichen das Seeniveau auf einer Asphaltstraße, auf der wir uns rechts halten. Am Kiosk mit dem wunderbaren Namen "Tango am Baldeneysee" geht es links und direkt wieder rechts am Geländer des "Seaside Beach Baldeney" entlang. An den "Südtiroler Stuben" erreichen wir wieder das Seeufer, an dem wir bis zur Regattastrecke entlanggehen. Hinter den Regattatribünen wandern wir rechts hoch zur Hauptstraße und am Parkhaus Villa Hügel (um Missverständnissen vorzubeugen: In diesem "Parkhaus" kann man keine Automobile parken, sondern piekfein essen) vorbei zur S-Bahn-Station Essen-Hügel.

Region:
Ruhrgebiet
Strecke:
8 km (Höhenunterschied: 137 m)
Dauer:
2 bis 3 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
„Weißes Dreieck"

Höhenprofil

Bahnhof Essen-Kupferdreh

45257 Essen