Auf dem Hasenpatt durch Ostwestfalen

Highlight der Tour: Der Hasenpatt. Der „Hasenpfad“ hat – zumindest der Legende nach – gar nichts mit diesen ängstlichen Tieren mit den großen Ohren zu tun. Viel mehr war es der Sachsenkönig Widukind, der ganz schön Kohldampf schob. Und so zog er mal ausnahmsweise nicht in einen Krieg mit Karl dem Großen, sondern ging mit seinem Diener los. Des Dieners Name war aber Hase – mit Herrn Hase also wanderte der gute Widukind auf dem Hasenpatt, um bei seiner Schwester Pickert zu essen, eine Art Pfannkuchen.

Auf dem Hasenpatt durch Ostwestfalen
Foto: Holger Klaes

Einkehrmöglichkeit

Eine eher rustikale Einkehrmöglichkeit ist die Gaststätte "Spökes" am Ende der Tour in Schildesche (Montag bis Freitag ab 16:00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertags ab 11:00 Uhr geöffnet, Küche täglich von 17:00 bis 23:00 Uhr). Auch das "Möpken" ist einen Besuch wert. Öffnungszeiten: Montag - Samstag ab 17:00 Uhr, Sonn- & Feiertags ab 11:30 Uhr. Wer es etwas gehobener Mag, diniert am besten im "Abendmahl".

Beschreibung der Wandertour

Von der Bushaltestelle „Bahnhofstraße“ in Enger gehen wir ein paar Meter die Straße wieder zurück und an der Seniorenresidenz Mathilde rechts in die Brandstraße. Wir wandern zum historischen Ortskern, in dem sich auch das Widukindmuseum befindet. Enger ist die Stadt, in der der legendäre Sachsenkönig des achten Jahrhunderts begraben wurde. Am Barmeierplatz beginnt unser Wanderweg, der Hasenpatt. An diesem Platz folgen wir der Kennzeichnung „Hp“, weiß auf schwarzem Grund. Wir überqueren das Flüsschen des Ortes, den Bolldammbach, und biegen rechts am Athen-Grill in eine Straße, die den Namen unseres Wanderwegs trägt: Hasenpatt.

Ich frage mich, ob der Name Hasenpatt von einer Fabel kommt, in der nicht Hase gegen Igel, sondern Hasen gegeneinander gelaufen sind. Aber es gab immer ein Unentschieden, ein Patt.

Wir gehen weiter über die Straßen von Enger, passieren auch eine Bushaltestelle die Hasenpatt heißt, und erreichen eine Landstraße, die L 855. Ein Schild verrät, dass es „nur“ zwei Kilometer bis Pödinghausen sind. Das Problem ist aber, dass wir nun eine geraume Zeit an dieser Landstraße (vorschriftsgemäß am linken Rand) ohne Bürgersteig entlang gehen müssen. Aber seien Sie tapfer und kein Angsthase! Ich verspreche, der Hasenpatt wird noch wesentlich schöner. Nach einem guten Kilometer geht es endlich links ab in den Pödinghauser Landweg und direkt wieder rechts auf einen Wiesenweg, dann über Felder. Wir erreichen das Pödinghauser Holz und machen kurz Rast auf einer Bank, die auch schon bessere Tage gesehen hat. Von dieser Bank aus haben wir einen schönen (Rück-)Blick auf Enger, die Windmühle Liesbergmühle und das dahinterliegende Wiehengebirge.

Weiter geht es auf einem schönen Pfad durch das Wäldchen, dann über eine Straße und hinein ins Industriegelände von Enger-Süd. Nun gut, hier muss man als Wanderer noch mal die Zähne zusammenbeißen, man wandert aber an Widukind-Reisen vorbei, das sind die Busse, mit denen der olle Widukind schon unterwegs war. Dann erreichen wir einen Golfplatz und gehen um die 18 Löcher herum. Im Süden des Golfplatzgeländes entfaltet der Hasenpatt dann erstmals seinen kompletten Reiz. Es geht auf einem schmalen Pfad oberhalb eines Mini-Canyons entlang, schließlich auch unten am Bach vorbei. Wir wandern weiter auf unserem Hasenpatt, überqueren eine weitere Straße in der Nähe von Jöllenbeck und wieder heißt die Bushaltestelle „Hasenpatt“. Dieser Weg, an dem sich Hase und Hase Gute Nacht sagen, hat eben eine große Tradition (siehe Highlight).

Wir gehen dann an einer sogenannten Örkenschule vorbei. Einem Infoschild entnehmen wir, dass das Gebäude 1888 als Schule in Niederjöllenbeck eingeweiht wurde. Bis 1960 wurde Unterricht mit einem Lehrer, in einer Klasse und mit acht Jahrgängen gegeben! Eine echte Hasenschule am Hasenpatt. Weiter geht es mit der Markierung „Hp“, der Weg ist übrigens durchgehend hervorragend durch den Teutoburger-Wald-Verein markiert worden. Wir kommen an zwei Fischteichen vorbei, das sind die Vereinsgewässer des ASV Bielefeld, wir haben also schon den Kreis Herford, in dem Enger liegt, verlassen und befinden uns nun auf Bielefelder Stadtgebiet. Der Hasenpatt verläuft nun immer in Wellen mal leicht bergan, dann wieder sanft bergab.

Auf einer Bergab-Passage gehen wir auf einem schmalen Pfad über ein Feld. Hier kann man sich bildlich vorstellen, wie die Hasen Haken schlagen. Schnell erreichen wir die nächsten Anglerteiche. Unten am Gewässer an gekommen, gilt das Motto: Wer Markierungen lesen kann, ist klar im Vorteil. Der Hasenpfad, also der Hasenpatt, verläuft rechts weiter (ich bin erst mal links weitergestiefelt). Wir durchqueren den Ort Vilsendorf und gehen an der Reitschule Bielefeld vor bei rechts in einen Feld weg. Nach einer Weile sind wir wieder an einem schönen Mini-Canyon angelangt. Dann geht es links auf die Anhöhe und langsam kommt der Kirchturm von Schildesche in den Blick. Aber weiter geht es an Feldern entlang, später durch eine nette Parkanlage und über einige Flussläufe des Johannisbachs, auch das Mühlenwehr der Stiftsmühle ist zu erkennen. Schließlich haben wir die Straßen von Schildesche erreicht, wo wir noch ungefähr 400 Meter Haken schlagend Richtung StadtBahn-Haltestelle gehen.

Widukindmuseum

Im Widukindmuseum Enger werden die Geschichte des Sachsenherzogs Widukind sowie Legenden über dessen Leben und die seiner Nachfahren dargestell. Eine spannende neue Museumstechnik begleitet die Besucher durch die Ausstellung. Foto: Wikipedia

Der Hasenpatt

Am Barmeierweg beginnt der Hasenpatt, einer der schönsten Wanderwege durch die Kulturlandschaft Minden-Ravensberg. Dass Widukind und sein treuer Diener Hase den Hasenpatt genutzt haben, um bei Widukinds Schwester Pickert zu essen, ist ein Relikt der Engeraner / Schildescher Sagenwelt. Foto: R. Eschengerd

Widukindbrunnen

Seit 1994 ziert der von dem Engeraner Bildhauder Eberhard Hellinge geschaffene Widukindbrunnen den Barmeierplatz. Der Brunnen symbolisiert das Sachsentum zwischen Götterglaube und Christentum. Foto: Eckhardt Assler

Gerbereimuseum Enger

Unbedingt lohnenswert: ein Besuch des Gerbereimuseums! In der historischen Gerberei Sasse können sich Besucher im wahrsten Sinne des Wortes an die Arbeit der Lederherstellung herantasten und sich auf die Spur der Geschichte der Gerberei in Enger begeben. Die damals eingesetzten Maschinen, eingespielte Geräusche und Ausstellungsstücke zum Anfassen erinnern eindrucksvoll an die Arbeitswelt der Zunft.

Liesbergmühle

Weithin sichtbar auf einer Anhöhe von 118 m gelegen, ist die Liesbergmühle das Wahrzeichen der Stadt Enger. Friedrich der Große ließ die Mühle 1756 als sogenannte Zwangsmühle errichten, um die Bevölkerung des umliegenden Landes mit Mehl zu versorgen. Heute bilden die Mühle und die Fachwerk-Nebengebäude eine romantische Kulisse für standesamtliche Trauungen. Foto: Wikipedia

Schildescher Stiftskirche

Die Stiftskirche in Schildesche geht zurück auf ihre Stiftung im Jahre 939 durch Marswidis. Deren Vorbild für ein adliges Damenstift war die Abtei in Herford. In Schildesche hat das Damenstift bis 1810 bestanden. Foto: Wikipedia

Hotel Herzog Wittekind

Das einzige Hotel in Enger: Herzog Wittekind
Bünder Straße 3
32130 Enger
Tel. 05224 2407 hotel-enger.de 

Drei Kronen Cassing

Heimische Gastronomie: Bünder Straße 2
32130 Enger
Tel.: 05224 2676 drei-kronen-cassing.de

Zum Weißen Stein

Hier gibt es Pizzen und Spezialitäten:

Markstraße 144
32130 Enger-Oldinghausen

Tel.: 05224 337

www.ristorante-weisser-stein.de

Restaurant zur Post

Gemütliches Restaurant: Antersiek 1
32130 Enger / Herringhausen-West
Tel.: 05224 2308
www.zurpost-enger.de

Gaststätte Jever Deel

Gaststätte: Renteistraße 11
32130 Enger
Tel.: 05224 5959 www.jeverdeel-enger.de

Naturschutzgebiet Beckendorfer Mühlenbachtal

Das Beckendorfer Mühlenbachtal, bestehend aus einem Haupttal (=-siek) und 16 Nebentälern, gehört zum Landschaftsraum des Ravensberger Hügellandes. Der Name deutet bereits auf das typische flachhügelige Bodenrelief hin. Die das Gebiet entwässernde Bäche haben ein Netz von Bachtalungen zwischen sich herausbildende Lößlehm-Riedel (eiszeitliche Ablagerungen) gegraben. Foto: Wikipedia

Bielefelder Bauernhausmuseum

Lernen Sie das ländliche Leben um 1850 kennen. Mittelpunkt des Museums ist das Haus Möllering aus Rödinghausen von 1590. Die gesamte Museumsanlage erhielt 1999 ein neues Gesicht. 2001 wurde das BauernhausMuseum mit einer Special Commendation des European Museum Forums ausgezeichnet. Ihr Besuch lohnt sich. Foto: Wikipedia

Sparrenburg

Ein Ausflug zur Sparrenburg lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn von der mächtigen Festungsanlage bietet sich dem Besucher ein herrlicher Panoramablick über die Universitätsstadt am Teutoburger Wald. Foto: Wikipedia

Heimat-Tierpark Olderdissen

Der Heimat-Tierpark Olderdissen ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, für Kindergärten und Schulklassen. Hier sehen viele Kinder ihr erstes Wald- und Wildtier live und in Farbe. Über 450 Tiere in 90 verschiedenen Arten können beobachtet werden. Manches Tier findet man in der freien Natur nur noch selten oder gar nicht mehr. Foto: Wikipedia

Altstadt Hotel

Zentral in der Bielefelder Altstadt, nur unweit des Hauptbahnhofes: Ritterstraße 15
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 967250 altstadt-hotel-bielefeld.de

Arcadia Hotel Bielefeld

Das Hotel liegt mit guter Verkehrsanbindung zentral neben dem Stadttheater am Eingang zur belebten Fußgängerzone: Niederwall 31
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 52530 www.arcadia-hotel.de

Gaststätte zum Hasenpatt

Andracks Tipp: Eine eher rustikale Einkehrmöglichkeit ist die Gaststätte "Zum Hasenpatt" am Ende der Tour in Schildesche. Am Herrengarten 1
33611 Bielefeld
Tel.: 0521 871258 www.hasenpatt-bielefeld.de

Restaurant Vahle

"Einmalig anders" - so wirbt das Restaurant Vahle für sich: Wertherstraße 24
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 122478 www.vahle-einmalig-anders.de

Comfort Garni Hotel Stadt Bremen

Privathotel mit persönlicher Atmosphäre: Bahnhofstraße 32
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 521980 www.comfort-garni.de

Hotel Bielefelder Hof

Für gehobene Ansprüche: Am Bahnhof 3
33602 Bielefeld
Tel: 0521 52820 www.bielefelder-hof.de

Café im Bürgerpark

Verschiedene Frühstücke, gutbürgerliche Mittags- und Abendkarte, Tortenkreationen: Wertherstraße 88
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 5215479 www.cafe-im-buergerpark.de

Alt-Bielefeld

Gutbürgerlich: Obernstraße 12
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 66940 www.alt-bielefeld.com

KDW

Griechische und internationale Küche: Wertherstraße 58
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 173718 www.kdw-restaurant.de

Der Koch

Bistro & Restaurant: Rolandstraße 15
33615 Bielefeld
Tel.:0521 132313 www.derkoch.de

Café Kraume

Traditionshaus in Bielefeld: Stapenhorststraße 10
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 122011 www.cafe-kraume.de
Region:
Ostwestfalen
Strecke:
12,8 Kilometer (Höhenunterschied: 244 m)
Dauer:
3,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„Hp"

Höhenprofil

Enger, Bahnhofstraße

32130 Enger