Auf dem Hermannsweg

Highlight der Tour: Das Hermannsdenkmal. Der Cheruskerfürst Hermann, der sein Schwert in den Lippischen Himmel streckt, ist natürlich ein wahres Highlight! Denn hoch ist er nun mal, dieser Arminius.

Auf dem Hermannsweg
Foto: LTM

Einkehrmöglichkeit

Auf halber Strecke kann man am Donoper Teich kann man im Gasthaus Forstfrieden einkehren und am Ziel in Oerlinghausen gibt es mehrere Gaststätten, unter anderem direkt an der Bushaltestelle das italienische Restaurant "Altes Gasthaus Nagel". Aber die Top-Adresse auf dem Hermannsweg ist mit Sicherheit der Bienenschmidt fünf Kilometer vor Oerlinghausen - die Wandereinkehrgaststätte überhaupt.
 

Beschreibung der Wandertour

Wir starten an der Bushaltestelle Friedenstal und gehen Richtung Norden und Teutoburger Wald. Lustigerweise heißt die Straße, in der wir starten, Hermannsweg. Aber den „richtigen“ Hermannsweg, den Weitwanderweg auf den Hermannshöhen, den haben wir noch nicht erreicht, da müssen wir erst noch durch eine Allee auf dem X3, dem Cheruskerweg, wandern. Aber alles deutet namensmäßig schon auf den großen Hermann hin. Kurze Zeit später sehen wir, dass wir auch auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 auf der Strecke Nordsee-Bodensee-Gotthard-Mittelmeer wandern. Nur zur Orientierung, wir befinden uns zwischen der Nordsee und dem Bodensee, aber wenn Sie stramm gehen, ist auch das Mittelmeer nicht weit entfernt.

Der asphaltierte Weg geht in einen schönen Waldpfad über, es geht immer weiter bergan. Wir wandern am Hünenring vorbei, einer Ringwallanlage aus keltischer Zeit. Dass das alles Hünen waren, also eher großgewachsene Menschen, das wage ich allerdings zu bezweifeln. Schließlich gelangen wir nach knapp zwei Kilometern an einen kreisrunden Rasenplatz, sehen zum ersten Mal den Hermann und besuchen den Kerl natürlich auch. Am gegenüberliegenden Teuto-Kletterpark stoßen wir dann auch auf die Markierung „H“ des Hermannswegs, die uns bis Oerlinghausen verlässlich begleiten wird. Nachdem wir dem Arminen „Hallo“ gesagt haben, geht es sozusagen im Rücken des Hermannsdenkmals mit dem „H“ auf dem Hermannsweg berg ab, stellenweise sogar sehr steil bergab. Ehe wir uns versehen, sind wir im Kurwald Hiddesen angelangt. Das ist schön, Kurparks sind ja bekannt und beliebt und es gibt sie in Hülle und Fülle. Aber ein Kurwald ist natürlich noch viel, viel besser als ein Kurpark, weil die hohen Bäume viel mehr Kurschatten für die Kurschatten spenden können.

Weiter geht es über breite Forstwege und schmale Pfade. Überraschend stoßen wir neben dem „H“ auf eine weitere Wegmarkierung: ein kleines rotes „K“, das aussieht, als wäre es aus dem Fußballmagazin Kicker entnommen. Es ist aber das Zeichen eines neuen Rundwanderwegs, dem „Klima-Erlebnisweg“. Was uns auf diesem Weg wohl erwartet – Sandstürme? Tornados? Wir wandern ratlos an einem schönen Bachlauf entlang und finden nahe dem Donoper Teich die Lösung: eine Infotafel klärt uns über das EU-geförderte Wanderwegeprojekt auf. Hinter dem Teich überqueren wir eine Straße und stehen staunend vor dem Loipenplan des Ski-Club Pivitsheide. Ob die so oft in weißer Pracht dahin gleiten können, ist angesichts des Klimawandels doch mehr als fraglich. Weiter geht es auf dem Hermannsweg, zur rechten Hand passieren wir eine Siedlung, das ist der Ortsrand von Pivitsheide. Wir überqueren eine Landstraße und wandern am Campingplatz „Quellental“ vorbei. Weiter geht es durch die ausgedehnten Wälder der Hermannshöhen bis zum Bienenschmidt.

Von dort sind es bis Oerlinghausen nur noch fünf Kilometer. Eine kurze Steigung haben wir noch zu überwinden, dann gehen wir auf dem Kamm des Teutoburger Waldes, mit phantas tischen Blicken vor allem Richtung Norden. Insbesondere zur Hünenkapelle auf dem Tönsberg lohnt sich wegen der genialen Aussicht ein kleiner Abstecher. Weiter auf dem Kammweg sehen wir zur linken Hand einen Gedenkstein für Hermann Löns und kurze Zeit später lesen wir die barsche Aufforderung: „Wanderer, hemme Deinen Schritt“. Nun, das macht man automatisch, um eine Gedenkstätte mit schlafendem Soldaten zu inspizieren. Es gibt aber noch mehr Befehle: „Beuge Dich vor des Opfers Größe“. Hä? Wovor sollen wir uns denn verbeugen?

„Schirmend der Heimat heiligen Boden, starben die Tapferen unbesiegt“. Es wird an dieser Stelle – viel zu pathetisch – eines Königs-Infanterieregiments gedacht. Die Infanteristen haben sich selbst Fußlatscher genannt, von daher passt das zu unserer Wanderung.

Richtung Oerlinghausen gehen wir bergab, auf schönen gepflasterten Straßen, später auf Treppen Richtung Kirche. An der Querstraße vor der Kirche sagen wir dem Hermannsweg „Adieu“ und gehen rechts, wo wir nach wenigen Metern schon die Bushaltestelle „Simonsplatz“ erreichen.

Donoper Teich

Das Naturschutzgebiet rund um den Donoper Teich ist für seinen Artenreichtum bekannt. Vor allem Hobby-Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten. Im 17. Jahrundert wurde der Teich auf Befehl des Landherren angestaut. Foto: Naturpark Teutoburger Wald

Hermannsdenkmal

Das Cherusker-Denkmal thront hoch über dem Teutoburger Wald und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Mehr als 500.000 Menschen kommen jährlich nach Hiddesen.

Foto: LTM

Hünenkapelle auf dem Tönsberg

Schenkt man alten Erzählungen Glauben, wurde die Kapelle auf dem Tönsberg von Karl dem Großen erbaut. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die frühere Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert stammt. Foto: Wikipedia/1984isReality

Altes Gasthaus Nagel

Am Zielpunkt Oerlinghausen gibt es viele Einkehrmöglichkeiten, unter anderem direkt an der Bushaltestelle das Hotel Restaurant „Altes Gasthaus Nagel“. Hauptstraße 43
33813 Oerlinghausen
Telefon 05202/99363
www.altes-gasthaus-nagel.de

Bienenschmidt

Die Top-Adresse auf dem Hermannsweg ist mit Sicherheit der „Bienenschmidt“ fünf Kilometer vor Oerlinghausen. Die Wandereinkehrgaststätte schlechthin. Kalkreute 100
32791 Lage
Telefon 05232/990202
www.bienenschmidt.de
Foto: Bienenschmidt Gastronomie GmbH

Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen

Hier gibt es Archäologie zum Anfassen. In sechs Baugruppen erhält der Besucher Einblicke in den prähistorischen Alltag. Foto: Wikipedia/Grugerio

Ehrenmal auf dem Tönsberg

Erbaut 1930 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, soll dieser Ort heute eine Mahnung zum Frieden sein.

Externsteine

Diese senkrecht aus der Erde ragende Felsengruppe, Teil der mittleren Gebirgskette des Teutoburger Waldes, ist Fundort vieler historischer Artefakte. Foto: Wikipedia/Daniel Schwen

Teuto-Kletterpark

Mehr als 80 Stationen und 6 verschiedene Parcours bietet der Kletterpark am Fuße des Hermannsdenkmals. Anfänger und Profis kommen gleichermaßen auf ihre Kosten.

Adlerwarte Berlebeck

Die artenreichste und älteste Greifvogelwarte Europas mitten im Teutoburger Wald. März bis November täglich 9.30 - 17.30 Uhr, Freiflüge um 11.00 und 15.00 Uhr.

Detmolder Altstadt

Detmolds historischer Stadtkern wurde von den beiden Weltkriegen weitestgehend verschont und zählt über 600 Baudenkmäler. Unweit des Marktplatzes befindet sich das fürstliche Residenzschloss. Foto: Wikipedia/Nikater

LWL-Freilichtmuseum

Auf über 100 ha und rund 90 vollständig restaurierte Gebäude erstreckt sich hier das größte Freilichtmuseum Deutschlands. Öffnungszeiten: April bis Oktober 9.00 -18.00 Uhr. Foto: Wikipedia/Michael Perecka

AUF 386m

Ob Bistro, Restaurant oder Biergarten – die Gastronomie am Fuße des Hermannsdenkmals hält für jeden Geschmack und jeden Hunger etwas bereit. Grotenburg 50
32760 Detmold
Telefon 05231-88038
www.hermannsdenkmal-detmold.de/Biergarten

Haus Hangstein

Mit Blick auf das Hermannsdenkmal lässt sich in der geräumigen Gaststube oder im Biergarten gut für ein Stück Kuchen und einen Kaffee einkehren. Hangsteinstraße 60
32760 Detmold
Telefon 05231 469399
Region:
Teutoburger Wald/Egge
Strecke:
17,2 km (Höhenunterschied: 560 m)
Dauer:
5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„X3", „H"

Höhenprofil

Friedenstal
Friedenstal 8-6
32756 Detmold