Auf dem Mäanderweg an der Sieg

Highlights der Tour: Der Siegwasserfall. Angeblich sind die Niagarafälle von Schladern der größte Wasserfall von NRW. Nun ja, eher breit und lang als hoch. Dann die Burgruine Windeck. Hoch oben über Schladern thront die Burgruine Windeck, seit dem 30-jährigen Krieg nur noch in ruinösem Zustand. Zuletzt das Museumsdorf Altwindeck. Alte Fachwerkhäuser sowie das Heimatmuseum erzählen vom Leben der Siegtaler Landbevölkerung.

Auf dem Mäanderweg an der Sieg
Foto: Tourismus Windecker Ländchen e.V.

Einkehrmöglichkeit

Zum einen der Biergarten Elmores. Am Siegwasserfall befindet sich dieser höchst alternative Biergarten unter dem Dach eines alten Kupferwerkes. Dort kann man leckere Pizza aus dem Holzofen oder vegetarische Spezialitäten essen. Dann das Restaurant Flair Hotel Bergischer Hof. Ein in Bahnhofsnähe (Elmoresstr. 8) gelegener Familienbetrieb mit regionaler rheinisch-bergischer Küche. Zum Schluss das Café Kaffeezeit im denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude.
 

Beschreibung der Wandertour

Direkt am wirklich sehr hübschen Wanderbahnhof von 2014 startet der Mäanderweg. Wir gehen den Weg im Uhrzeigersinn und folgen der Wegmarkierung, einem weißen S auf rotem Grund. Wir unter queren die Siegtalbahn und gehen auf einem neuen Fußweg zum Siegwasserfall, den wir unter einem Wetterpilz bewundern können. Dann wechseln wir das erste Mal die Siegseite und können an einer prächtigen Villa (ehemaliges Verwaltungsgebäude des Kupferwerkes Elmore‘s) den Siegwasser fall noch einmal von der anderen Flussseite bewundern. Nun heißt es Anlauf nehmen, denn wir gehen das erste Mal steil den Berg hinauf, wo wir als Belohnung für die Mühen einen schönen Ausblick auf die mäandernde Sieg genießen dürfen. Langsam geht es auch schon wieder bergab Richtung Sieg, wo wir das Dorf Dreisel erreichen.

Dort über die Siegbrücke und dann führt uns der Mäanderweg den Berg hinauf. Aber wie! Der steile Pfad hat wirklich alpines Format, bitte gaaaanz langsam hinauf gehen, sonst droht akute Schnappatmung! Oben angekommen, kann man sich in einer überdachten Hütte erholen. Es fehlt allerdings eindeutig das Belohnungsbier für diese Kraxelei.

Über einen schönen, schmalen Waldpfad geht es weiter, wieder talwärts. Parallel zu einer Landstraße gehen wir pfadig weiter, müssen uns auch mal unter tief hängenden Zwei gen ducken und nähern uns dem Ort Altwindeck. Auf der Brücke über die Eisenbahn schaut man in Richtung Osten auf die rheinische Pforte (Porta Rhenania), so erzählten mir Ortskundige. Sie ist beim Eisenbahnbau entstanden, als ein Bergrücken durchschnitten wurde. Nicht ganz so imposant wie die westfälische Pforte an der Porta Westfalica, okay, aber immerhin die gedachte geographische Scheide zwischen Rheinland und Siegerland. Kurze Zeit später erreichen wir das Museumsdorf Altwindeck. In einem alten Schulgebäude ist das Heimatmuseum untergebracht. Hier kann man seinen Wissenshorizont über den ländlichen Alltag der Region erweitern.

Dann geht es mal wieder bergan, aber das Ziel ist sehr lohnend: Die Burgruine Windeck, der Balkon des Schladerner Landes. In der Ferne können wir sogar schon unser Ziel, den roten Wanderbahnhof in Schladern, erkennen. Und wir sehen direkt unter uns die trockengelegte ehemalige Siegschleife, die seit der Sprengung für den Eisenbahnbau von der Sieg abgeschnitten wurde (siehe Highlights). Dorthin, ins Zentrum dieser ehemaligen Flussschleife, führt uns auch der Mäanderweg, nachdem wir die Burgruine Windeck verlassen haben. Wir nähern uns langsam, aber sicher wieder Schladern. Je nach Neigung kann man am Bahnhof direkt in den Zug einsteigen oder die nahe gelegenen Einkehrmöglichkeiten nutzen, wobei der Biergarten Elmores am Siegwasserfall durch seine besondere Atmosphäre hervorsticht.

Bahnhof Windeck-Schladern

Der liebevoll sanierte Wanderbahnhof 2014 in Schladern ist Start- und Zielpunkt. Er befindet sich an der Strecke des Rhein-Sieg-Express und ist das Tor zur Naturregion Sieg und zum Windecker Ländchen. Foto: Tourismus Windecker Ländchen e.V.

Burg Windeck

Die Burgruine Windeck liegt auf dem Schlossberg oberhalb von Altwindeck und wurde 1174 erstmals urkundlich erwähnt. Heute wird sie für kulturelle Events oder als Theater- und Filmkulisse genutzt. Foto: Tourismus Windecker Ländchen

Elmores

Die Biergarten-Lounge Elmores unter dem Dach eines alten Kupferwerkes ist eine alternative Gastronomie des Bürger- und Kulturzentrums Windeck mit vegetarischen und veganen Speisen.  Foto: Wikipedia/claudioverfuerth Schönecker Weg 5
51570 Windeck
Telefon 0170/ 4802246
www.elmores.de

Museumsdorf Altwindeck

Museumdorf Altwindeck: In dem ehemaligen Schulgebäude und drei weiteren Fachwerkbauten sind Exponate aus der Burg Windeck, poilitische Relikte sowie altertümliche alltägliche Dinge ausgestellt. 

Foto: Tourismus Windecker Ländchen e.V.

Siegwasserfall

Eher lang und breit als hoch: Der Siegwasserfall gilt als größter Wasserfall NRWs. Seine Entstehung ist jedoch nicht natürlichen Ursprungs, sondern auf eine Felsen-Sprengung im 19. Jahrhundert zurückzuführen.

Foto: Tourismus Windecker Ländchen e.V.

Bergischer Hof

Schon seit 1886 werden in diesem denkmalgeschützte Haus hungrige und müde Wanderer bewirtet und beherbergt. Die Küche wird vom Chef persönlich geführt und bietet neben Wild aus heimischen Wäldern auch rheinisch-bergische Spezialitäten. Elmoresstraße 8
51570 Windeck
Telefon  02292/ 2283
www.bergischer-hof.de

KaffeeZeit

Unmittelbar am Bahnhof Schladern lädt seit 2013 die KaffeeZeit zum Verweilen ein. Modernes Design trifft hier auf rustikales Flair. Übrigens: Schon vor der Wanderung kann man sich hier mit einem ausgiebigen Frühstück stärken. am Bahnhof Schladern
Waldbröler Str. 3
51570 Windeck-Schladern
Telefon  02292/9284746

Ehemalige Pulvermühle

Die ehemalige Pulvermühle kann man über eine Steganlage erkunden.

Besucherbergwerk Grube Silberhardt

Neben einem kleinen Museum kann man an einer Führung durch den Oberen Stollen der ehemaligen Silbererzgrube teilnehmen. Foto: Wikipedia

Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Die Gedenkstätte erinnert mit Bild- und Schriftdokumente an das Leben der Juden im Siegtal und führt in die Grundlagen des jüdischen Glaubens ein.

Der Siegtaldom

Der Siegtaldom heißt eigentlich Sankt-Laurentius Kirche, hat seinen Spitznamen aber durch seine imposante Erscheinung bekommen. Sie wurde 1879/1880 erbaut und hat eine Höhe von 56m. Foto: Wikipedia

Alpakas des Westens

Auf dem Alpakazuchthof kann man an einer Führung teilnehmen, im Hofladen einkaufen oder an einer Alpaka-Trekkingtour teilnehmen. Foto: Wikipedia/ Notnoisy

Windecker Dorfbrennerei

Im denkmalgeschützen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1750 kann eine Brennereibesichtigung machen, an einer Verköstigung teilnehmen oder Brände, Geiste und Liköre kaufen.
Region:
Bergisches Land
Strecke:
8,9 km (Höhenunterschied: 234 m)
Dauer:
3 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
Weißes „S" auf rotem Grund

Höhenprofil

Windeck, Schladern Bf

51570 Windeck