Auf dem Rheinsteig

Highlight der Tour: Zunächst irritiert es den Wanderer, dass man durch einen Maschendrahtzaun hindurch muss, um auf den Gipfel des Petersberges zu gelangen. Diese Sicherheitsvorkehrungen erklären sich aber durch die Geschichte des prachtvollen Baus auf dem Berggipfel als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland. Die Queen hat dort residiert, Breschnew bekam von Willy Brandt einen sportlichen Mercedes geschenkt, den er auf den Serpentinen am Petersberg zu Schrott fuhr. Auf dem Petersberg fand die erste große Afghanistankonferenz statt, Michael Schumacher hat dort oben geheiratet, und Bill Clinton joggte auf den Wegen, auf denen heute der Rheinsteig verläuft. Heute beherbergt das Gästehaus ein Grand Hotel der Steigenberger Gruppe.

Auf dem Rheinsteig
Foto: Henry Tornow/Romantischer Rhein Tourismus GmbH

Einkehrmöglichkeiten

Das Milchhäuschen zwischen Geisberg und Drachenfels ist überaus beliebt und an Wochenenden regelrecht überlaufen. Wenn man aber einen Platz bekommt, ist eine Einkehr unbedingt zu empfehlen. Das im Juni 2012 eröffnete Panorama Restaurant auf dem Drachenfels ist ebenfalls ein Highlight. Zum Ende der Tour gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten in Rhöndorf.
 

Beschreibung der Wandertour

Der Rheinsteig ist schon wenige Jahre nach seiner Eröffnung einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands, ein Klassiker, eine Wanderlegende. Wir starten am Bahnhof in Niederdollendorf und folgen der Heisterbacher Straße und dem Rheinsteig-Logo auf Orange, das die Zuwege zum Hauptweg markiert. Im Ortskern von Oberdollendorf geht es links in die Lindenstraße und kurz danach rechts in die Bachstraße, die später Mühlental heißt, vorbei an schönen, geduckten Fachwerkhäusern. Nach 1,8 Kilometern endet die Asphaltstraße und ein wunderbarer Waldweg schlängelt sich an einem Bach hinauf. Nach weiteren 600 Metern wird der Hauptweg des Rheinsteigs mit dem blauen Logo erreicht und wir gehen (rechts) Richtung Kloster Heisterbach. Es geht über Felder am Waldrand entlang, später bergan zum Petersberg.

Unterhalb des Gästehauses geht es vorbei und auf der anderen Seite des Berges durch Mischwälder wieder hinunter. Wir erreichen eine Landstraße und gehen eine Weile mit dem Rheinsteig-Logo parallel zur Straße bergan. Dann wird die Straße auf einer Brücke überquert, und wir gewinnen auf dem Rheinsteig weiter an Höhe. Nach einem breiten Querweg geht es sehr steil (40 Prozent Steigung!) hinauf zum Geisberg. Das ist etwas für Kletterziegen! Aber auch typisch für den Rheinsteig, der dem Wanderer alles abverlangt. 630 Höhenmeter sind für eine 14,5 Kilometer lange Tour ja auch kein Pappenstiel. Auf dem Geisberg wird man dafür mit einem fantastischen Blick auf das Rheintal belohnt und kann in der Guillaume-Hütte verschnaufen. Wahrscheinlich war der Siebzigerjahrespion Namenspate für die Hütte.

Hinter dem Geisberg geht es zur Waldeinkehr Milchhäuschen, später durch einen Hohlweg und eine Senke zum Schloss Drachenburg. Dieses erstrahlt in neuem Glanze, regelmäßig finden dort Führungen statt. An der Zahnradstation wandern wir den Berg hinauf. Im Frühjahr folgt man noch der Umleitungsbeschilderung, über die Asphaltstraße ist aber die Terrasse des Drachenfels zu erreichen. Ab voraussichtlich Juni geht es dann wieder auf dem althergebrachten "Eselweg" mit der Schar der Drachenfelspilger zum berühmtesten Gipfel des Siebengebirges. Dort oben hat man einen atemberaubenden Panoramablick in die Kölner Bucht (die Domtürme sind meistens gut zu erkennen) und in die Eifel.

Hinter dem Drachenfels geht es bergab in Richtung Rhöndorf, erst durch einen schönen Mischwald, dann an Weinbergen vorbei. Kurz vor dem Waldfriedhof (auf dem sich das Grab von Konrad Adenauer befindet) geht es dann nach Rhöndorf.

Wir verlassen den Rheinsteig und folgen, wie am Anfang der Tour, der orangfarbenen Zuwegmarkierung. In Rhöndorf lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch im Wohnhaus von Konrad Adenauer, dort wird deutsche Nachkriegsgeschichte lebendig.

Region:
Rheinland
Strecke:
14,5 km (Höhenunterschied: 630 m)
Dauer:
4 bis 5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
Blaues „Rheinsteig-Logo"

Höhenprofil

Bahnhof Niederdollendorf

53639 Königswinter