Auf dem Wittekindsweg

Highlight der Tour: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Wenn ich als Kind mit der Eisenbahn durch den Weserdurchbruch bei Porta Westfalica fuhr und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal sah, dachte ich immer, dieses Denkmal müsse Porta Westfalica heißen, und die Stadt wäre nach dem Denkmal benannt. Natürlich totaler Quatsch. 1896 wurde dieses Denkmal eingeweiht. Sie haben dort dem alten Kaiser Wilhelm I. eine schöne Wanderhütte, eher einen Wanderbaldachin auf sechs Säulen, hingestellt, 88 Meter hoch. Die Bronzefigur des Kaiser Wilhelm selber ist dagegen nur sieben Meter hoch (und daher von der Bahn aus schlecht zu erkennen). Der Kaiser hebt gütig schützend (oder beschwichtigend, segnend?) die Hand über das Wesertal. Sein langer Bart passt weder zu der Ritterrüstung, den sie ihm angelegt haben, noch weniger zu dem cäsarenhaften Lorbeerkranz auf dem Kopf. Der Kaiser Wilhelm sieht, mit Verlaub Ihre Majestät, wie eine Witzfigur aus.

Auf dem Wittekindsweg
Foto: Joachim Wendt

Einkehrmöglichkeiten

Das ehemalige Café Lutternsche Egge an der Passhöhe des Berges Lutternsche Egge nach ca. 2,5 eröffnet voraussichtlich im Juni 2019 unter neuem Pächter.
Waldgaststätte Zum wilden Schmied. Den namensgebenden ruppigen Gesellen kann man dort nicht antreffen.

Beschreibung der Wandertour

Der Wittekindsweg führt über 95 Kilometer von Osnabrück nach Barkhausen. Benannt ist der Weg nach dem sächsischen Herzog Wittekind aus dem 8. Jahrhundert. Wittekind (auch Widukind genannt) bedeutet Waldkind, was ja auch passt, denn sind wir Wanderer nicht alle Kinder des Waldes? Wir wandern die Etappe von Bergkirchen nach Porta Westfalica.

In Bergkirchen gehen wir einige Schritte von der Bushaltestelle aus zurück und biegen links in eine Straße Richtung Wanderparkplatz ein. Bis zum Ende der Wandertour können wir uns an der rot-weißen Markierung des Wittekindsweges orientieren. Es geht erst einmal auf die Höhe des Wiehengebirges. Wir befinden uns hier im nördlichen Teutoburger Wald. Der Weg führt in sanften Schwüngen auf und ab über den breiten Kamm des Wiehengebirges. Eine gemütliche Achterbahnwanderung.

Zur rechten Hand scheint immer wieder das silberne Band der Weser hindurch, wir gehen durch einen schönen Buchenwald. Hinter dem Berg Lutternsche Egge (mit Einkehrmöglichkeit) geht es auf breiten, wanderfreunde-kommunikationsfreundlichen Wegen weiter auf dem Grat. Dabei gibt es nun fast keine Höhenunterschiede mehr. Hinter der Waldgaststätte "Zum wilden Schmied" wird der Weg schmaler und der Blick öffnet sich zur linken Seite in Richtung Norden mit der Garnisonsstadt Minden.

Am Berghotel Wittekindsburg befindet sich auch die Margarethenkapelle, kurze Zeit später der Moltketurm. Dann denkt man, man ist schon am Kaiser-Wilhelm-Denkmal und hätte sich die Statue des Kaisers nicht im kubistischen Stil vorgestellt. Welche Enttäuschung, es ist nur ein Sendeturm mit vielen Satellitenschüsseln. Dann aber scheint durch die Bäume hindurch das Denkmal des Kaisers. Und eine Plattform erlaubt einen tollen Blick auf die Weser.

Weiter geht es auf dem Wittekindsweg mit der rot-weißen Markierung bergab in Richtung Weser. Hinter der Freilichtbühne erreichen wir bebautes Gebiet und gehen an der Reithalle links hinunter zur Hauptstraße. Dann geht es rechts auf der linken Seite der Bundesstraße über die Weserbrücke und die Bahngleise. Zum Schluss führt eine Straße links in wenigen Minuten zum Bahnhof von Porta Westfalica. Wenn man am Bahnsteig auf den Zug wartet, hat man noch mal einen schönen Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und kann sich von Kaiser Wilhelm I. verabschieden.

Region:
Teutoburger Wald/Egge
Strecke:
11,6 km (Höhenunterschied: 318 m)
Dauer:
3 bis 3,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
umgedrehte rot-weiße Markierung „Wittekindsweg"

Höhenprofil

Bergkirchen Kirche
Volmerdingsener Str. 310
32549 Bad Oeynhausen