Auf den Klippen der Weser

Highlight der Tour: Die Weser. Dreimal hat man Ausblicke zum Niederknien auf die Weser: an der Brunsberghütte, auf den Klippen und vom Rodeneckturm. Und wenn man dann diese Weserausblicke genießt, kann man das Weserlied trällern: Um mich klang es so froh und hehr, Und über mir tagt es so helle, Und unten brauste das ferne Wehr, Und der Weser blitzende Welle.

Auf den Klippen der Weser
Foto: OstWestfalenLippe Marketing/Teutoburger Wald Tourismus, C. Thomalla

Einkehrmöglichkeiten

Am Weg keine Einkehrmöglichkeiten, bitte Rucksackverpflegung mitnehmen. Mehrere Gaststätten gibt es am Ziel in Höxter. Ich trank zweihundert Meter vor dem Haltepunkt Höxter-Rathaus im Biergarten des Schlachtschiff am R1 direkt an der Weser ein Belohnungsbier. Die haben dort sogar Kölsch vom Fass, sensationell!
 

Beschreibung der Wandertour

Am Bahnsteig in Godelheim hält man sich rechts, dann rechts über die Schiene und direkt wieder rechts auf einen schmalen Fußweg durch die Felder. Vor uns erhebt sich schon majestätisch der erste Brocken unserer Wanderung, der Brunsberg. Wir gehen vorbei am tollen Gut Maygadessen, das sehr englisch aussieht, und erreichen eine Asphaltstraße, auf der wir uns links halten. Eine Wanderouvertüre, wie ich sie liebe: Ab dem Bahnhof geht es direkt mit einer schönen Landschaft los!

An der Pension Brunsberg und Fachwerkhäusern vorbei gehen wir bis zu einer alten Eiche. (Hoffentlich ist das auch eine Eiche und kein anderer Baum, sonst bekomme ich bestimmt viele böse Briefe). An der Eiche (mit ziemlicher Sicherheit ist es eine Eiche) geht es rechts einen Wiesenweg hoch. Dort begegnet uns erstmals die Markierung mit dem Ausrufezeichen und dem Blatt, man kann auch sagen, sie stellen einen Gänsekiel und Tinte dar. Es geht in einen Wald, dort geht der Weg geradeaus am Hang hinauf. Langsam, aber stetig gewinnen wir auf diesem Weg an Höhe, der Anstieg ist aber nicht sehr anstrengend, wenn man langsam geht. Der Weg mündet schließlich in einen Asphaltweg, dem wir wenige Meter links folgen. Dann geht ein schmaler Pfad scharf rechts weiter den Berg hinauf. Der Gipfel ist aber schon fast erreicht. Mit zwei Kehren wird der Pfad immer hohlwegiger, am Ende geht man in einer kleinen Schlucht und befindet sich an der Brunsburg auf dem Brunsberg. Unfassbar alt ist alles hier oben, eine mittelalterliche Burgruine darf man aber nicht erwarten. Man muss vielmehr seine Fantasie ein wenig spielen lassen. Alte Mauerreste künden von einer frühmittelalterlichen Burganlage, die schon zu Zeiten Kaiser Karls und seinem Krieg gegen die Sachsen bekannt war. Und das war im 8. Jahrhundert, das ist schon eine Weile her. Aber Werkzeug und Waffenfunde haben ergeben, dass der Brunsberg schon als Fliehburg vor 6.000 Jahren genutzt wurde. Damals war natürlich alles baumlos oben auf dem Brunsberg.

Nachdem wir uns auf dem Areal sattgesehen haben - man kann dort herrlich herumstreunen -, geht es an der großen Infotafel über die Brunsburg links den breiten Waldweg entlang. Nach kurzer Zeit erreichen wir hinter der Schranke die Brunsberghütte, ganz neu errichtet, mit Hammeraussicht Nummer eins über die Weser. Weiter geht es auf einem schmalen Pfad, der sich anmutig über die Weserhöhen windet. Der Pfad mündet schließlich in einen Asphaltweg, auf diesem dann rechts gehen und dem Weg durch die langgezogene Rechtskurve folgen. Mit dem Weg X16 des Eggegebirgsvereins geht es dann auf den Klippen weg in Richtung Rodeneckturm. Lange können wir diesem wunderschönen Waldweg folgen. Wie ein Paukenschlag öffnet sich später der Weg zur Weser. An einem Aussichtspunkt gilt es, sich einen Bankplatz zu sichern, um die Hammeraussicht Nummer zwei wirken zu lassen. Kurz nach dem Aussichtspunkt geht es schon wieder bergab, in einer Doppelkehre zum Rodeneckturm. Vorsicht beim Turmaufstieg: Auf der schmalen Wendeltreppe ist Gegenverkehr zu vermeiden!

Oben erwartet uns Hammeraussicht Nummer drei. Diesmal ist die Blickrichtung gen Höxter und Kloster Corvey gerichtet. Vom Turm aus führt der Weg weiter abwärts. Der Waldpfad wird schließlich zu einer Vorortstraße, dem Apfelweg, den wir geradeaus in Richtung Innenstadt gehen. Süüüüß: Auf dem Apfelweg steht mitten auf der Straße ein Apfelbaum. Am Ende des Apfelwegs rechts und direkt wieder links in einen Fußpfad, für den laut Schild kein Winterdienst zuständig ist. Der Pfad wird zur Straße, dieser immer geradeaus folgen, egal ob sie "Parkweg" heißt oder "Auf dem Ziegenberg". Dann weiter geradeaus durch den Friedhof. Dann nur noch links über die Ampel und rechts über die Ampel, über das Bahngleis, und schon sehen wir die Weser und gehen die letzten dreihundert Meter gemütlich am Weserufer entlang. Bis zur Weserbrücke, danach ein kurzes Stück nach links gehen, und schon steht man auf dem Bahnsteig von Höxter-Rathaus.

Region:
Teutoburger Wald/Egge
Strecke:
9,3 km (Höhenunterschied: 246 m)
Dauer:
4 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„Blatt mit Ausrufezeichen", „X16"

Höhenprofil

Bahnhof Godelheim

37671 Höxter