Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Marschieren wie die Ritter

An einem schönen, warmen Septembertag haben wir eine Wanderung in der tollen Naturregion Sieg gemacht. Da unser neunjähriger Sohn und Hobbyritter Burgen immer noch cool findet, wollen wir die 800 Jahre alte Höhenburg Windeck erobern, deren Ruine über dem Siegtal thront. Auf dem Rundweg gibt es zudem ein paar abwechslungsreiche Highlights für Groß und Klein.

Marschieren wie die Ritter
© Dieter / Adobe Stock

Beschreibung der Wandertour

Wir starten am hübschen Bahnhof Schladern, der 1852 erbaut wurde und wie ein kleines Schloss aussieht – und ganz nebenbei der NRW-Wanderbahnhof 2014 war. Viel leicht findet ihr die Plakette am Gebäude. Da es an unserem Wandertag sehr warm ist, gönnen wir uns am Eispavillon an der Waldbröler Straße erstmal ein Eis to go. Von dort aus ist der Weg zur Burg Windeck ausgeschildert. Wir laufen an den Bahngleisen entlang und den Berg hoch, bis wir auf das Dörfchen Altwindeck stoßen. An der alten Marienkapelle und dem Spielplatz legen wir eine kleine Rast unter der alten Eiche ein. Derweil stürmt unser Kind bereits die Klettergerüste.

Geschichte hautnah


Weiter geht’s bergauf Richtung Burgruine. Wir legen jedoch noch einen Zwischenstopp im liebevoll angelegten Museumsdorf Altwindeck ein. Es existiert seit 1964 und beherbergt eine beeindruckende Sammlung an Gegenständen des täglichen Bedarfs aus vergangenen Zeiten. Neben einer alten Schulklasse gibt es auch einen originalgetreu eingerichteten Tante-Emma-Laden, Friseur und eine Zahnarztpraxis sowie eine 50er-Jahre-Ausstellung und zwei eindrucksvolle Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Nach so viel Kulturgeschichte geht es weiter Richtung Burg. Diese war einst die Grenzfeste der Grafen von Berg und wurde über die Jahrhunderte oft angegriffen und zerstört. Heute stehen nur noch die Außenmauern, aber über ihre Zinnen hinweg hat man einen idyllischen Ausblick über das Siegtal. Von Idylle hält unser Sohn wie immer nicht so viel. Er schnappt sich direkt den nächsten Stock, stürmt Treppen hinauf und fühlt sich wie Ritter von Berg höchstpersönlich.
 

Auf zum größten Wasserfall NRWs


Der Rückweg in den Ort ist von der Burg aus gut ausgeschildert. Nach ca. 500 Metern nehmen wir rechts steile Treppen hinunter ins Wohngebiet und laufen immer bergab zurück auf die Waldbröler Straße. An der Krummauel laufen wir entlang der ursprünglichen Siegschleife, von der heute jedoch nur noch ein Altarm existiert und die Heimat vieler heimischer Tierarten ist. Über die Felder hinweg haben wir nochmal einen schönen Blick auf die Burg Windeck, biegen links auf den Steiner Weg ab und kommen an der Unterkunft Baumhaus und Schäferwagen vorbei. Am Ende treffen wir dann wieder auf die Eisenbahnstrecke, die links zurück zum Bahnhof Schladern führt. Wir wollen jedoch unbedingt noch den größten Wasserfall NRWs sehen und laufen rechts durch die Bahnunterführung: Er ist mit 84 Metern Länge und 4 Metern Höhe nicht unbedingt imposant, aber trotzdem sehr schön anzuschauen. Bevor wir die Heimreise antreten, kehren wir noch mit hungrigen Bäuchen und durstiger Kehle in „Elmores Biergarten & Lounge“ ein.
 

Nicht verpassen!

Das Familienticket für das Museumsdorf Altwindeck kostet 10 Euro. Es ist nur am Wochenende von 14 bis 18 Uhr geöffnet und ein Besuch lohnt sich absolut. Unbedingt einen Tisch im hinteren Teil des kultigen Biergartens „Elmores“ reservieren. Von dort aus hat man einen grandiosen Blick auf den Wasserfall und im Sommer sicher auch ein wenig Erfrischung.
 

Wichtige Info:

Die Burgruine ist kostenfrei begehbar. Das Familienticket im Museumsdorf Altwindeck kostet 10 Euro.

Region:
Siegerland
Strecke:
5,4 km (Höhenunterschied: 170 m)
Dauer:
2-2,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
sehr gut ausgeschildert

Höhenprofil

Bahnhof Schladern (Sieg)

51570 Windeck