Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

7gebirgsstiefel

Happy Birthday nachträglich: 2020 hätte Ludwig van Beethoven seinen 250. Geburtstag gefeiert. Ein guter Grund und eine Ode an die Freude, seinen „Footprints on the dancefloor“ in Bonn und auf dem Beethoven-Wanderweg im Siebengebirge zu folgen.

7gebirgsstiefel
© Nick Wassong (urbanhiker.de)

Beschreibung der Wandertour

Wenn in einer Tour ordentlich Musik und Höhenmeter drin sind, dann wohl in dieser, denn wir musikwandeln und radeln auf Beethovens Spuren von Bonn ins Siebengebirge. Natürlich gibt's dafür auch die passende Playlist – mit ausgewählten Stücken des Meisters höchstpersönlich. Wir beginnen die kombinierte Rad- und Wandertour zunächst mit dem Leihrad am Bonner Hauptbahnhof und machen uns auf den Weg in sein Geburtshaus, Bonngasse 20. Ein bisschen BTHVN-Story muss sein: Als Beethoven im Dezember 1770 geboren wurde, war Bonn eine Residenzstadt des Kurfürsten mit nur 11.000 Einwohnern. Beethoven lebte 22 Jahre in Bonn. Während dieser Zeit spielte und lehrte er in der Remigiuskirche an der Orgel, unserer Station 2 der kleinen Bonn-Tour. An der dritten Station, dem Wirtshaus Zehrgarten, gab Beethoven seinen Ausstand, als er 1792 Bonn in Richtung Wien verließ. Am Remigiusplatz und der Kurfürstlichen Schlosskapelle – heute Hauptgebäude der Universität – vorbei, geht es zur Infostele 6 am Rheinufer. Dass wir drei Stationen in Bonn ausgelassen haben, sei uns verziehen, wir wollen ja schließlich noch die „hochalpinen“ Wanderschuhe schnüren.

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche

Mit dem Rad machen wir uns auf zur nächsten Etappe und radeln ca. 30 Minuten am Rhein entlang nach Königswinter. Keine Sorge: Kurz vor dem Ziel bringt uns eine Fähre trockenen Fußes ans andere Ufer. Wer seine Kräfte lieber einteilen möchte, kommt auch bequem mit der Stadtbahnlinie 66 von Bonn nach Königswinter. An der Bundesstraße 42, in der Nähe des Freibad-Parkplatzes, startet der Beethoven-Wanderweg und der hat es in sich. Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn, der Weg ist nämlich nur in eine Richtung markiert. Durch das Nachtigallental „trapsen“ wir entlang eines schmalen Flusses zum einzigartigen Traumschloss Drachenburg mit seinem Naturmuseum. Das Schloss wurde in Rekordzeit von 1882 bis 1884 im Stil des Historismus gebaut. Auf dem steilen Eselsweg geht es dann zum 321 Meter hohen Drachenfels, der uns unterwegs mit grandiosen Aussichten für unsere Anstrengungen belohnt.
 

Über den Wolken

Nach einer kurzen Pause setzen wir unseren Weg fort. Wir kraxeln rund 300 Meter hoch zur Wolkenburg und anschließend zum vergleichbar hohen Geisberg. Vorbei an diversen Hütten und der Burgruine Rosenau laufen wir nun weiter zum Kloster Heisterbach. 600 Jahre stand hier ein Kloster mit einer Kirche, die so groß war, dass nur der Kölner Dom ihr das Wasser reichen konnte. Die Überreste muten auf den ersten Blick wie eine Attrappe an, die als Filmkulisse dient, doch diese Chorruine ist echt und ein toller Fotospot. Weiter geht es zum Petersberg mit dem einzigen Grandhotel in Bundesbesitz. Fun fact: Hier hat die Katzenberger ihren Lucas Cordalis geheiratet. Abbitte fürs Zuschauen im TV können wir auf dem Petersberger Bittweg leisten, der bringt uns geradewegs zurück nach Königswinter. Wie würde Beethoven sagen? Tatatataaa!
 

Einkehrmöglichkeiten

Der urige Gasthof Einkehrhaus Waidmannsruh in Königswinter ist bekannt für seinen Pflaumenkuchen und deftige Hausmannskost.
 

Nicht verpassen

Nicht nur für Elise: Haltet Ausschau nach den Info-Stelen! Sie stehen auch auf dem Drachenfelsplateau, der Terrasse des Grandhotel Petersberg sowie vor der Zehntscheune im Kloster Heisterbach und erläutern – gemeinsam mit den insgesamt 22 Stelen in der Stadt Bonn und der Region – das Leben und Wirken Beethovens.

Region:
Rheinland
Strecke:
Beethoven- Wanderweg 14,5 km im Siebengebirge und 5,3 km in Bonn (abgekürzt) (Höhenmeter: 1.050 m)
Dauer:
4 - 5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
weißes B auf grünem Hintergrund
Bonn Hbf
Am Hauptbahnhof 1
53111 Bonn