Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Auf der Teutoschleife Dörenther Klippen

Highlight der Tour: Die Felsformation "Hockendes Weib". Mit etwas Phantasie kann man tatsächlich einen sitzenden oder knieenden Menschen erkennen. Der Sage nach flüchtete eine Mutter mit ihren Kindern vor einer wahren Sintflut auf einen Berg. Als das Wasser ihre Füße erreichte, hockte sie sich hin und ließ ihre Kinder auf die Schultern steigen. Als sie sich aufrichten wollte, war sie zu Stein geworden, ihre Kinder aber überlebten. Und die Urenkel*innen des Hockenden Weibs kehren immer noch in der Almhütte nebenan ein.

Auf der Teutoschleife Dörenther Klippen
Foto: Münsterland e.V.

Einkehrmöglichkeiten

Die Almhütte beim „Hockenden Weib“ ist eine urige Berghütte mit Imbiss. Wenn man im genialen Außenbereich sitzt, ein kühles Getränk vor sich, ist man umgeben von bizarren Felsformationen. Kaum zu glauben, dass wir uns im Tecklenburger Land befinden und nicht mitten in den Alpen. Der Landgasthof in der Nähe der Hauptstraße lockt mit weiteren Köstlichkeiten.
 

Familien/Handicap-Variante

Die Tour kann auf zwei Arten abgekürzt werden. Man kann sich erstens am großen Wetterpilz die Schleife zum Bocketal schenken und direkt Richtung Almhütte gehen. Oder man geht weiter Richtung Bocketal und nimmt dort am Wanderparkplatz an der Haltestelle Brochterbeck Campingplatz den Bus. Grundsätzlich ist auch die komplette Tour familientauglich. Für Rollstuhlfahrer*innen ist die Strecke nicht geeignet.
 

Beschreibung der Wandertour

Wir gehen von der Bushaltestelle die Straße bergab und biegen links in den dichten Wald Richtung Waldgasthof "Dörenther Klippen", der erstaunlicherweise schwäbische Spezialitäten anbietet. Am Gasthof halten wir uns linker Hand und gehen auf einem Zuweg zur Teutoschleife "Dörenther Klippen" Schnell sind wir von einem Felsenmeer umgeben, der Premiumweg trägt seinen Namen zu recht. An einer etwas unübersichtlichen Weggabelung sollten wir den linken Weg wählen. Auf dieser Wandertour schlägt unser Wandererherz links. Ein genereller Tipp: Bitte folgt den Wegweisern mit den grün-blau-weißen Markierungen der Teutoschleife, nicht den Wegweisern mit dem Hermannsweg.

Nach einem entspannten Aufstieg erreichen wir einen Ehrenfriedhof. Weiter geht es parallel zum Hermannsweg auf dem Kamm des Teutoburger Walds. Wir wandern durch herrliche Kiefernwälder und genießen die Glücksmomente einer perfekten Wanderung. An einem großen Wetterpilz geht es links bergab Richtung Bocketal. Es ist wie im richtigen Leben: Wenn man ganz oben ist, ist der Abstieg nahe. Der Weg ins Bocketal ist steil, felsig und braucht keinen Vergleich zu hochalpinen Wanderwegen zu scheuen.
 

Wir wandern durch einen dichten Fichtenwald bis hinunter an den Mühlenbach. Kurz vor Brochterbeck queren wir zweimal die Teutoburger Wald-Eisenbahn, auf der in den Sommermonaten eine historische Dampflok fährt. Wir haben eine offene Wiesenlandschaft erreicht und gehen an zahlreichen Obstbäumen vorbei. Im Frühjahr ein Blütentraum und ganzjährig ein regelrechtes Freilicht-Obstbaum-Sorten-Museum: Jede Obstsorte und der dazu gehörige Baum werden anhand von Info-Tafeln erklärt. Langsam steigt unser Premiumweg an und erneut kommen wieder Wald und Felsen in Sicht. Wir wandern durch den östlichen Abschnitt der Dörenther Klippen mit beeindruckenden Felsformationen wie dem 16 Meter hohen Dreikaiserstuhl. Die drei Kaiser haben nie dort gesessen, der Fels wurde in patriotischem Überschwang nach dem Dreikaiserjahr 1888 benannt. Die vielen Felsen der bis zu 40 Meter hohen Dörenther Klippen sollte man ohne Sicherung nicht hinauf klettern. Wer hinunterfällt kann sich sehr, sehr weh tun.
 

Nach einer Weile erreichen wir den großen Wetterpilz, der uns sehr bekannt vorkommt. Wir gehen aber nicht rechts hinunter ins Bocketal, auch nicht geradeaus zum Ehrenfriedhof, sondern links Richtung Almhütte. Wir wandern abwärts und sehen über sattgrüne Wiesen in südlicher Richtung  in die Weiten des Münsterlands. Langsam gehen wir wieder bergan, die gigantischen Klippen kommen wieder näher. Wir erreichen die Almhütte und kurz darauf das Highlight der Tour, das Hockende Weib. Bergab wandern wir von den Höhen des Tecklenburger Lands zu unserem Ausgangspunkt am Waldgasthof. Wir gehen hinauf zur Bundesstraße und rechts zur Bushaltestelle "Dörenther Berg". Das war eine Wandertour der Extraklasse!

Region:
Münsterland
Strecke:
9 km
Dauer:
3,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„Grün-blaues Logo" der Teutoschleifen auf weißen Täfelchen
Dörenther Berg

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