Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Die erste Etappe des Rheinsteigs

Highlight der Tour: Der Rhein. Von Rheinkilometer 655 bis 652 begleiten wir den europäischen Strom direkt am Ufer beziehungsweise auf der Höhe. Warum nennt man gewöhnlich den Rhein eigentlich „Vater Rhein“? Weil „Vater Rhein“ der Vater des rheinischen Frohsinns ist, genauso wie des rheinischen Kapitalismus („Jeder Jeck is anders!“). Es war auf jeden Fall eine weise Entscheidung der Gründerväter der BRD, die Hauptstadt an den Rhein zu legen, eben in das Herz des europäischen Kontinents. Aber weit genug entfernt von der verführerischen Loreley.

Die erste Etappe des Rheinsteigs
Foto: Rheinsteig-Büro

Einkehrmöglichkeit

Mehrere Gaststätten am Ziel in Niederdollendorf, unter anderem das Restaurant Weinmühle.
 

Familien/Handicap-Variante

Für Familien empfiehlt sich eine kurze Wanderung vom Rathaus am Rhein entlang. Wenn der Rheinsteig in Ramersdorf vor der Konrad-Adenauer-Brücke links abbiegt, gehen die Familien einfach am Rheinufer weiter geradeaus bis zum Bahnhof Bonn-Oberkassel.
 

Beschreibung der Wandertour

Es ist deutschlandweit einzigartig, dass ein Premiumweg in unmittelbarer Nähe eines Großstadtbahnhofs beginnt. Vom Bonner Hauptbahnhof sind es nur ein paar Schritte über die Wesselstraße und „Am Hof“ bis zum Marktplatz. Am Markt erstrahlt das Rathaus in renovierter Pracht und rechter Hand findet sich die erste blau-weiße Markierung des Rheinsteigs.

Wir gehen durch den Stadtgarten und schnell sind wir an den Gestaden des Rheins. Nun haben wir die Qual der Wahl: Wenn wir dem offiziellen Rheinsteig folgen, geht es über die Kennedybrücke hinüber nach Bonn-Beuel. Ich finde allerdings, dass zur Rheinromantik irgendwie auch eine Schifffahrt gehört. Daher sollte man sich die kurze Fahrt mit der Personenfähre „Rheinnixe“ gönnen und dabei summen: „Einmal am Rhein, und dann zu zweit alleine sein ...“
 

Sehr interessant sind die Figuren an den Fundamenten der Kennedybrücke zu beiden Seiten des Rheins. Auf der linken Flussseite streckt ein Lausebengel, das Brückenmännnchen, den Beuelern seinen dicken Hintern entgegen und zeigt den Rechtsrheinischen auf diese Art, was er von ihnen hält. Am gegenüberliegenden Ufer schimpft eine alte, böse Frau mit Pantoffel in der Hand auf die Linksrheinischen. Rheinischer Frohsinn auf Bonner Art.
 

Wir haben nun das rechte Rheinufer erreicht und wandern auf dem Leinpfad über drei Kilometer am Rhein entlang. Dabei ergeben sich immer wieder tolle Blicke auf Bonn, vor allem der „Lange Eugen“, das ehemalige Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestags, sticht heraus. Weil er eben so lang ist. Mittlerweile wird der arme Eugen aber vom Post-Tower überragt. Wenn das Adenauer noch erlebt hätte ...
 

In Ramersdorf verlassen wir das Ufer und gehen bergan aus dem Rheintal hinauf. Es geht unter anderem auf einer Steintreppe durch die grüne Blätter-Hölle auf die Rheinhöhen. Wir kommen am sogenannten Foveaux-Häuschen vorbei, das vor knapp 200 Jahren errichtet wurde. Über lauschige Pfade geht es oberhalb des Rheins weiter, immer wieder hat man herausragende Blicke auf das Rheintal. Aber nicht nur die Fluten des großen Stroms sind attraktiv, sondern auch der Dornheckensee direkt am Rheinsteig. Wie eine märchenhaft blaue Lagune strahlt einem das Wasser des ehemaligen Steinbruchs entgegen.
 

Kurz vor Oberdollendorf eröffnen sich die ersten Blicke auf das Siebengebirge und wir sehen den Drachenfels vor uns. An dieser Stelle beginnen auch die ersten Weinberge und ergeben einen wunderbaren Dreiklang: Wein, Rhein und beim Wandern glücklich sein. Kurz vor dem Kloster Heisterbach verlassen wir den Rheinsteig und nehmen den mit orangefarbenen Markierungen gekennzeichneten Zubringer. Nach ungefähr zwei Kilometern erreichen wir den Bahnhof Niederdollendorf.

Region:
Rheinland
Strecke:
13,4 km
Dauer:
4 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
Durchgehend markiert mit einem weißen „R" auf blauem Grund
Bonn Hauptbahnhof
Am Hauptbahnhof 1
53111 Bonn