Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Höhenflug auf dem Höhenweg

Das ist ja die Höhe, dieser Hermannsweg! Er ist wahrlich ein Wander-Klassiker, der zu den schönsten seiner Art in Deutschland gehört. Der 156 Kilometer lange und abwechslungsreiche Wanderweg schlängelt sich von Rheine im Münsterland über den Kamm des Teutoburger Waldes bis ins Eggegebirge.

Höhenflug auf dem Höhenweg
© Nick Wassong (urbanhiker.de)

Beschreibung der Wandertour

Wir erleben das vielleicht schönste Stück des Hermannswegs, nämlich die 15 Kilometer lange Königsetappe von Bielefeld ins Bergdörfchen Oerlinghausen. Erstmal setzen wir am Bielefelder Hauptbahnhof zum Höhenflug auf dem Höhenweg an, wahlweise per Leihfahrrad oder E-Roller. So sind wir in kürzester Zeit am Startpunkt der Wanderung, der Sparrenburg auf 180 Metern Höhe. Frisch und voller Elan steigen wir auf den gut 40 Meter hohen Turm und lassen den Blick schweifen. Sidekick: Unweit der Burg liegt die Kunsthalle Bielefeld, die mit Ausstellungen über zeitgenössische und moderne Kunst begeistert. Erbaut vom großen amerikanischen Architekten Philip Johnson ist die Kunsthalle Bielefeld das erste Zeugnis seiner Architektur in Europa. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Ein Besuch lohnt von innen und außen gleichermaßen!

„H“ wie Hermann

Der erste Etappenteil des Hermannswegs ist die „Bielefelder Promenade“, ein beliebter Spazierweg der Einheimischen, der uns einzigartige Blicke auf die Stadt eröffnet. Auf diesem Abschnitt können auch Familien mit Kindern den Hermannsweg super nutzen. Nach knapp drei Kilometern führt der Hermannsweg in den Wald. Dank der optimalen Markierung mit einem weißen „H“ können wir den richtigen Pfad gar nicht verfehlen. Das gilt auch für den „Eisernen Anton“, der unübersehbar am Weg auf uns wartet. Der Bismarckturm existiert seit 1895 und ist als Eisen-Turm einer der wenigen seiner Art. Weiter geht es in Richtung Oerlinghausen. Auf dem Weg überqueren wir zwar nicht den Äquator, aber immerhin den 52. Breitengrad. Auch bei sonnigem Wetter schützen uns die Bäume des Teutoburger Waldes zuverlässig vor zu viel Sommerhitze und mich vor einer roten Pläte. Übrigens: Ich nutze ja in der Natur sehr gerne meine Pflanzenbestimmungs-App auf dem Handy. Verlängert allerdings die Wanderzeit nicht unerheblich, macht nämlich so viel Spaß!
 

Kumst kommt von Kohl

So erreichen wir Oerlinghausen mit seiner hübschen Altstadt. Hier lassen wir uns eine Besichtigung der Alexanderkirche aus dem 9. Jahrhundert nicht entgehen, die im 16. Jahrhundert als dreischiffige Hallenkirche ausgebaut wurde. In Oerlinghausen gibt es eine Hörstation, an der wir Spannendes über das Städtchen und die „Kumsttonne“ auf dem Tönsberg erfahren. Der Windmühlenstumpf, dessen Flügel im Sturm verloren gingen, erinnert an ein Kochgefäß. In Kombination mit dem hiesigen Namen des Sauerkrauts, dem Kumst, hatte sie rasch ihren charmanten Spitznamen weg. Der schnellste Weg zu diesem großartigen Aussichtspunkt ist die Himmelsleiter, deren Stufen uns von der Innenstadt hinaufführen. Von hier aus sind es nur noch anderthalb Kilometer bis zum Archäologischen Freilichtmuseum, in dem wir in die Steinzeit und das frühe Mittelalter eintauchen. Beseelt und ein bisschen geschafft geht es ab Oerlinghausen Marktplatz per Bus oder Bahn zurück nach Bielefeld.
 

Einkehrmöglichkeiten

In der Oerlinghausener Altstadt gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten für jeden Geschmack.
 

Nicht verpassen

Eine ausgedehnte Besichtigung der wunderschönen Bielefelder Sparrenburg, dem Wahrzeichen der Stadt, sollte auf je den Fall eingeplant werden. Ab Hauptbahnhof kann man prima per Leihrad (www.callabike.de oder www.mobiel.de/siggi) dorthin radeln. Nicht nur die Aussichten auf die Stadt sind der Hit. Das weitläufige Gelände ist von unterirdischen Gängen durchzogen. Traut euch!

Region:
Ostwestfalen
Strecke:
16,8 km (Höhenmeter: 760 m)
Dauer:
4 - 5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„H“ für Hermannshöhen
Bielefeld Hbf
Am Bahnhof 1b
33602 Bielefeld

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