Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Unterwegs auf dem Renaissance-Wanderweg

Highlight der Tour: Schloss Corvey. Seit 2014 hat man Grund zum Jubeln in Höxter, man jubelt sogar bilingual: „Perfectum est – Corvey ist Welterbe. Wir haben es geschafft!“ 822 wurde das Kloster Corvey in Höxter gegründet, das dereinst noch sächsisch war. Seit 1834 mutierte das Kloster zum Schloss und ist seitdem im Besitz der herzoglichen Familie von Ratibor, der Fürsten von Corvey.

Unterwegs auf dem Renaissance-Wanderweg
Foto: Kulturland Kreis Höxter/Frank Grawe

Einkehrmöglichkeit

Von April bis Oktober kann man in der Schloss Gastronomie Corvey einkehren. Am Ziel in Höxter gibt es darüber hinaus viele Gaststätten.
 

Familien/Handicap-Variante

Für Familien und Gehandicapte empfiehlt sich ein Spaziergang an der Weser von Höxter nach Kloster Corvey und zurück.
 

Beschreibung der Wandertour

Besonders praktisch in Höxter: Direkt gegenüber dem Bahnhof befindet sich ein Outdoor-Geschäft. Wer also „unterwegs“ noch etwas braucht (einen Hut, einen Stock, einen Damenunterrock?), der kann sich noch schnell ausrüsten, bevor es auf die Piste geht. Am Bahnübergang gehen wir schnell die Weser hinunter und wandern einige Zeit Richtung Nordsee am Strom entlang. Wem schon nach einer kleinen Pause ist, der kann die Wander- und Radfahrerhütte des Verkehrsvereins Höxter für einen kleinen Imbiss nutzen.

Nach einer Weile geht es links zum Wasser- und Schifffahrtsamt, wir überqueren die Bahnlinie und haben schnell das Kloster Corvey erreicht. Später gehen wir durch eine schöne Allee und haben dann eine eher unerfreuliche Passage vor uns: Industriegebiet, Baumarkt, Bundesstraße B64. Aber spätestens an der Bundesstraße haben wir ein lohnendes Ziel vor uns: den Weinberg des Klosters Corvey. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Wein an der Weser? Geht das überhaupt? Das hat zumindest Fürstabt Christoph von Bellinghausen gedacht, der dort während seiner Amtszeit von 1680 bis 1696 einen Weinberg errichten ließ. Es gab aber fast nur Missernten, schade. Seit 2009 werden angeblich neue Rebstöcke gepflanzt, nicht zu verwechseln mit den Plantagen für Edelobst in Hanglage.
 

Wir gehen an der St. Josef Kapelle auf den ehemaligen Weinberg hinauf und genießen erste Blicke über das Wesertal. Neben unserer Wegemarkierung, dem weißen Kreis auf schwarzem Grund, begegnen uns auch die knallbunten Markierungen des Weintraubenwegs und die grünen Plaketten des Weges der Stille. Daher: pssst! Gespräche einstellen, wir wollen ja auch nicht die wohlverdiente Ruhe der rauchenden Patienten der Weserbergklinik stören, die wir kurz darauf erreichen. An der Klinik sehen wir mit Erstaunen, dass es sogar einen großen Rundwanderweg der Weserbergklinik gibt. Respekt!
 

Kurze Zeit später überqueren wir die Bundesstraße 239 und umwandern daraufhin den Bielenberg. Das ist zwar kein expliziter Weg der Stille, aber wir sollten doch nicht herumkreischen, denn wir befinden uns in einem Vogelschutzgebiet. Über den sogenannten „Bebersteg“ überqueren wir den Bollerbach und steigen wieder langsam bergan. Der Panoramaweg verläuft am Feldrand und es ergeben sich immer wieder reizvolle Ausblicke nach Höxter und ins sanft geschwungene Weserbergland.
 

Auf schönen Waldwegen wandern wir unter anderem an Rosenbergs Grab vorbei. Wer der Herr Rosenberg war? Nun, ein Hauptmann des 55. Infanterieregiments, der Chef also von vielen kriegerischen Wanderern. Wir gehen unterhalb des Rodeneckturms weiter und dann bergab Richtung Höxter-Zentrum. Wir passieren ein Wohngebiet und gehen dann nochmals kurz an der Weser entlang, Richtung Höxter-Rathaus. In der Innenstadt von Höxter können wir noch eine gute Prise Renaissance schnuppern, denn dort stehen zahlreiche schmucke Fachwerkhäuser. Mein persönlicher Favorit: die ehemalige „Stadt-Schenke“!

Region:
Weserbergland
Strecke:
18,6 km
Dauer:
5,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
Durchgehend markiert mit einem „weißen Kreis" auf schwarzem Grund
Höxter Rathaus

37671 Höxter