Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Unterwegs auf dem Weserberglandweg

Highlight der Tour: Kleinenbremen ist die Heimat der ehemaligen Grube Wohlverwahrt. Die benachbarte Grube Barbara, an der auch unser Weg entlang führt, ist das letzte deutsche Eisenerzbergwerk. In Kleinenbremen befindet sich ein Museum und Schaubergwerk, das von März bis Oktober geöffnet hat. (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr). Wenn man spontan Lust hat, seine Wanderbegleitung zu ehelichen, kann man im Museum übrigens auch heiraten.

Unterwegs auf dem Weserberglandweg
Foto: Stadt Porta Westfalica

Einkehrmöglichkeit

Die Einkehrmöglichkeiten in Kleinenbremen sind abseits des Weges. Ich empfehle daher, Rucksackverpflegung mitzunehmen. Am Ziel in Porta Westfalica besteht natürlich die Möglichkeit, die Wartezeit bis zum nächsten Zug mit einer Einkehr zu überbrücken. In der Nähe des Bahnhofs Porta Westfalica befindet sich z.B. die Gaststätte/Pension Zum Angestellten oder das griechische Restaurant Odysseus.
 

Familien/Handicap-Variante

Bei dieser Tour kann man leider keine Handicap-Alternative anbieten. Einzige Familien-Abkürzungs-Möglichkeit wäre, mit dem Bus von Rinteln nach Kleinenbremen an die Zeche zu fahren. Das ist aber nur wochentags möglich, am Wochenende fährt nur ein Bus pro Tag. Ab Kleinbremen sind es nach Porta Westfalica 11 Kilometer, nach Rinteln 6,2 Kilometer, man kann sich die Tour je nach Alter und Wanderlust der Kinder in die eine oder in die andere Richtung legen.
 

Beschreibung der Wandertour

Vom Bahnhof Rinteln wenden wir uns ostwärts, queren linksrechts versetzt die Bahngleise und gehen noch einige hundert Meter am Bahndamm entlang. An der Fitness-Bude macht die Straße einen 90-Grad-Linksknick und führt schnurgerade Richtung Wesergebirge. Wir befinden uns auf der Waldkaterallee und nach einem guten Kilometer treffen wir den Waldkater höchstpersönlich: ein Hotel-Restaurant am Fuße des Weserberglands.

Wir folgen dem Wegweiser „Zum Weserberglandweg“ und der gelben Markierung „2“. Gut zwei Kilometer hinter dem Bahnhof erreichen wir auf dem Vorbergsplatz den Weserberglandweg und wenden uns westwärts, Richtung Porta Westfalica. Wir gehen an der „mittelalterlichen Ruine Hünenburg“ vorbei, Ruinen sind aber weitestgehend unsichtbar.
 

Am Autobahnparkplatz Papenbrink überqueren wir die A2 von Bielefeld nach Berlin und müssen danach eine Weile bergan laufen. Aber die Mühe wird durch einen schönen Kammweg sowie die alten Grenzsteine zwischen Preußen und Hessen entlohnt. Im 21. Jahrhundert ist dieser Weg immer noch ein Grenzweg: Wir gehen mit dem rechten Bein in Niedersachsen, mit dem linken in „unserem“ NRW.
 

Dann das erste Highlight der Tour: Die Königshütte erbaute 1910 – nein, kein richtiger König – aber ein gewisser Herr König. König muss ein Witzbold gewesen sein, denn es finden sich neben besinnlichen Wandersprüchen auch Bonmots wie dieses: „Die Benutzung dieser Bank ist bis auf weiteres gestattet.“ Ha, ha! Hinter der Königshütte lockt ein Aussichtsplatz mit Panorama-Blicken über das Lipperland, das geschlungene Band der Weser, das Ravensberger Hügelland und die norddeutsche Tiefebene. Bei diesen Ausblicken herrscht immer noch eine mittelalterliche Kleinstaaterei in Deutschland.
 

Auf einem schönen Waldpfad geht es hinunter ins Bergwerks- und Mühlendorf Kleinenbremen. Wahrscheinlich heißt der ortsansässige Fußballverein Werder Kleinenbremen. Hinter dem Besucher-Bergwerk geht es steil hinauf zum Heineberg und es beginnt der schönste Abschnitt der Wanderetappe. Auf dem Kammweg, der sogenannten Wülpker Egge, wandern wir auf schmalen Pfaden an der Abbruch kante des Steinbruchs entlang mit Ausblicken in die Weiten des südlichen Niedersachsens.
 

Bis zum Kreuzplatz geht es durch schönen Buchenwald und kurz darauf erwartet uns eine geographische Sensation. Ein Schild verkündet: „Wanderer, Du überschreitest gerade den 9. Längengrad.“ Der Hammer, wir befinden uns exakt auf einer Linie mit Mailand, Äquatorialguinea und – Böblingen! An Korffs Quelle vorbei wandern wir in südlicher Halbhanglage immer weiter auf dem Weserberglandweg, bis wir Porta Westfalica er reichen, den Durchbruch der Weser durch Weser- und Wiehengebirge. Auf Treppen geht es hinunter Richtung Weser zum ganztags geschlossenen Hotel Porta Westfalica, dem Endpunkt des Weserberglandwegs. Dann überqueren wir die B6, wenden uns nach rechts und erreichen den Bahnhof.

Region:
Ostwestfalen
Strecke:
17,2 km
Dauer:
5,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
Durchgehend markiert mit einem blauen „W" auf hellgrünem Grund
Bahnhof Rinteln

31737 Rinteln