Auf dem Kindelsbergpfad im Siegerland

Highlight der Tour: Der Wald. Jede Menge Wald. Traditionell ein Eichen-Buchen-Wald, dann wurde viel für die Eisenerzverhüttung verqualmt, seit zweihundert Jahren ist die Fichte auf dem Vormarsch. Tafeln am Kindelsbergpfad informieren über die Waldsituation von gestern und heute. Viele Erzgruben gab es dereinst am Kindelsberg, die meisten wurden vor ungefähr hundert Jahren stillgelegt. Von der Grubenkultur zeugen bauliche Reste und zahlreiche Infotafeln.

Auf dem Kindelsbergpfad im Siegerland
Foto: Kappest/Touristikverband Siegerland-Wittgenstein e.V.

Einkehrmöglichkeiten

Am – im wahrsten Sinne – Höhepunkt der Tour kann man am Kindelsbergturm in der Gaststätte "Zum Kindelsberg" einkehren. Die Bierspezialität, die dort oben zum Ausschank kommt, stammt aus einer kleinen Brauerei am Fuße des Kindelsbergs. Die Privatbrauerei in Krombach braut eine kleine feine Bierspezialität, die sich inzwischen auch bundesweit – so hörte ich – steigender Beliebtheit erfreut. Zum Ende der Tour bietet sich für das Belohnungsbier der Landgasthof Merjein Kredenbach an.
 

Beschreibung der Wandertour

Am Bahnhof Kredenbach geht es den Bahnsteig zurück und dann steil hinunter zur Hauptstraße - dort rechts. In der Bäckerei Fischer (nicht zu verwechseln mit der Fischerei Bäcker) kann man sich mit Proviant ausstatten. Die Bäckerei übernimmt auch die Funktion des Tante-Emma-Ladens des Ortes. Ich kaufte dort eine Flasche Mineralwasser für 40 Cent, inklusive Pfand, sensationell preisgünstig. Schnäppchenjäger sollten sich eine ganze Kiste auf die Wanderung mitnehmen.

Wir gehen weiter die Kredenbacher Straße entlang, überqueren die Bundesstraße und gehen geradeaus in die Martinshardtstraße. Diese schlängelt sich bergan. An der Adolph-Kolping-Straße weiter geradeaus den asphaltierten Feldweg gehen. Gut einen Kilometer nach dem Bahnhof erreichen wir dann den Kindelsbergpfad mit der prägnanten Markierung: ein dreiviertel Kreis mit einliegender Welle, sieht in etwa so aus wie ein verunglücktes @-Zeichen.

Es geht dann links am Waldrand entlang mit Blick auf Kredenbach, später scharf rechts an der Bank den zweiten Pfad im 90-Grad-Winkel in den Wald hinein. Nach kurzer Zeit kommt man an einem Jungbrunnen vorbei. Laut Fotoanleitung am Brunnen hilft tägliches Trinken aus dem kühlen Nass, um von der zerknautschten Oma zur Heidi Klum zu mutieren. Geschmackssache, ob man wirklich so aussehen möchte – ich nicht.

An einer Waldhütte geht es einen richtig steilen Grasweg hinauf, dann wieder am Hang entlang bis zu den SGV-Hütten Waldesruh, später wieder steil rechts hoch und wieder links den Hang entlang. Nach sechs Kilometern in einer Spitzkehre in Richtung Gipfel. Hier wird es baumloser. Ist schon die Baumgrenze erreicht? Brauchen wir etwa ein Sauerstoffgerät? Nein, aber man sollte den Blick talwärts richten, denn es öffnen sich unglaubliche Ausblicke über Siegen und Kreuztal bis weit ins Bergische Land hinein. Das rockt unglaublich! "Normale" Bänke und Sinnesbänke laden zum Verweilen ein und am Berggipfel lockt der Turm auf dem Kindelsberg, immerhin auch schon stolze hundert Jahre alt. Ein Kinderspielplatz ist auf 618 Gipfelmetern auch zu finden: die perfekte Belohnung fu?r alle kleinen Wanderer nach einem fleißigen Marsch!

Auf mal mehr, mal weniger breiten Wegen geht es dann an mehreren ehemaligen Erzgruben bergab. Achtung: Irgendwann begegnet Ihnen das gelbe Schild "Grube Brüche 180 Meter". Ignorieren Sie bitte dieses Schild (viel zu sehen gibt es dort nicht), sondern gehen Sie weiter den Kindelsbergpfad, der halb links weiterführt. Dann genießen wir den wahrscheinlich schönsten Tourteil. Es geht durch mächtige Hohlwege, schmale Pfade, an einem Weiher entlang, größtenteils bergab. Nach der Infotafel noch mal kurz bergan bis zur roten Schranke. Dort geht der Weg auf der Wiese weiter (nicht auf dem Kiesweg!), bis wir ein Wohngebiet erreichen. Dort kurz über die Straße, dann in einer Links-rechts-Kombination am Krankenhaus vorbei.

Nach einigen Hundert Metern erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Über die Martinshardtstraße geht es wieder Richtung Haltepunkt Kredenbach. Zum Schluss der Tour erreichen wir wieder das schöne Kredenbach mit seinen Fachwerkhäusern und der putzigen Kirche und gehen zum Bahnhof.

Region:
Siegerland
Strecke:
14 Kilometer (Höhenunterschied: 516 m)
Dauer:
4 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
Verunglücktes „@-Zeichen"

Höhenprofil

Kreuztal, Kredenbach Bf

57223 Kreuztal