Auf dem sauerländischen Ehmsenweg

Highlight der Tour: Die Altstadt von Arnsberg ist der Knaller mit vielen historischen Gebäuden, dem Glockenturm, dem Alten Rathaus, dem Blauen Haus, dem Krimhaus. Und man kann direkt am Ehmsenweg das Sauerland Museum besuchen. Das imposante Museumsgebäude war früher eine kurfürstliche Residenz. Doch was wird dort ausgestellt? Wird dort der Kyrill gezeigt? Oder die zehn Worte, mit denen der wortkarge Sauerländer über die Runden kommt? Oder die berühmtesten Biermarken des Sauerlands? Nein, tatsächlich kann man dort verschiedene Ausstellungen zu Aspekten der sauerländischen Geschichte sehen.

Auf dem sauerländischen Ehmsenweg
Foto: Julian Stratenschulte

Einkehrmöglichkeit

Mehrere Einkehrmöglichkeiten gibt es in Sundern, u. a. Tagwerk, ein Restaurant, Café, Bar mit regionalen und mediterranen Spezialitäten, täglich ab 10.30 Uhr geöffnet.
 

Beschreibung der Wandertour

Es ist ein erhabenes Gefühl, in der Nähe der Arnsberger Burg durch das Tor des Glockenturms zu schreiten und ein fantastisches Ensemble von historischen Gebäuden am Alten Markt versammelt zu sehen. Das ist der Preis für den Fleiß, der uns vom Arnsberger Bahnhof steil hinauf zu diesem historischen Stadtensemble geführt hat. Und wenn man zur vollen Stunde durch den Turm geht, läuten natürlich die Glocken und kündigen die Uhrzeit an. Die Legende sagt, dieses Geläute habe durchaus schon Menschen geholfen, die sich im Wald verirrt hatten, den rechten Weg nach Arnsberg zu finden. Ich verspreche einfach mal: Sie werden sich auf dem Ehmsenweg nicht verirren!

Auf dem Weg hinab durch Arnsberg treffen wir erstmals auf die Markierung, die uns auf dieser Tour begleiten wird, das X, genauer gesagt – denn viele X-Wege führen nach Arnsberg – X8. Der X8, auch Ehmsenweg genannt, ist ein 76 Kilometer langer Qualitätsweg, beginnend am Glockenturm von Arnsberg, der über Sundern, den Sorpesee, die Karl-May-Stadt Elspe und die Hohe Bracht bis nach Olpe verläuft. Aber wir wandern jetzt erst einmal am Neumarkt vorbei. Dann geht es ein Stück hinauf und wir erreichen die Terrasse von Arnsberg mit einem schneeweißen Pavillon. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die historische Altstadt und die Fluten der Ruhr. Außer dem kann man auf der gegenüber liegenden Ruhrseite das mächtige Gebäude der Bezirksregierung Arnsberg mit Turm sehen. Der Beiname „Regierungsbezirk“ gehört nun mal zu Arnsberg wie die „Domstadt“ zu Köln, die „Universitätsstadt“ zu Münster und „Gibt-es-die-Stadt-überhaupt“ zu Bielefeld.
 

Aber vor allem imponiert am Aussichtspunkt der Pavillon selbst, das Ehmsendenkmal. Dieser Ehmsen, nach dem dieser Wanderweg benannt wurde, ist ein wichtiger Mann für das Sauerland. Er gründete 1891 den sauerländischen Gebirgsverein, einen der größten Mittelgebirgsvereine Deutschlands. Ehmsen war Forstrat, Oberförster sozusagen, und wusste ganz genau um die Schönheit dieser Wälder. Und in einen solchen Wald geht es nun hinein, auf einem wunderschönen Weg oberhalb der Ruhr.
 

Wir gehen hinunter zum Fluss und überqueren auf einer Fußgängerbrücke die Ruhr. Am anderen Ufer geht es kurz durch ein Industriegebiet und dann steil hinauf auf einem schmalen Pfad. Er ist so steil, dass man gut daran tut, gehörig Tempo aus dem Wanderschritt herauszunehmen. Ich habe das leider nicht gemacht und musste in der Ehmsenhütte, die etwas abseits vom Ehmsenweg steht, eine Pause einlegen, um wieder zu Atem zu kommen. Das hat der alte Ehmsen schon gut gemacht, an dieser weitgehend unbewaldeten Stelle eine Hütte zu erbauen.
 

Dann wird es aber sehr angenehm, wir wandern ohne große Höhendifferenzen auf dem Kamm. Der Wanderkarte entnehme ich, dass rechter Hand unterhalb unseres Weges das Seufzertal liegt, ehrlich gesagt, habe ich aber keinen Menschen da unten seufzen gehört. An einer Kyrillfläche am Flanenberg gehen wir links und überqueren einige Zeit später die Landstraße zwischen Arnsberg und Sundern. Wer hier schon plattgewandert ist, kann mit dem Bus R21 direkt vom Wanderweg an der Haltestelle Ochsenkopf wieder nach Arnsberg zurückfahren. Aber dann würde man nicht mehr das tolle Finale der Etappe erleben. Hinter der Hubertushöhe durch wandern wir wieder eine äußerst ausgedehnte Kyrillfläche. Einzelne Baumstümpfe ragen noch aus der Erde. Aber vor allem haben wir es im Endeffekt dem Orkan Kyrill zu verdanken, dass wir nun nicht durch einen dichten Fichtenwald gehen, sondern unglaublich weite Fernblicke genießen dürfen.
 

Wir gehen noch ungefähr zwei Kilometer und erreichen die Kapelle am Kreuzberg. Denn seit 1853 gibt es an diesem Berg einen Kreuzweg, und seitdem heißt der Berg Kreuzberg, liegt aber nicht in Berlin. Den gehen wir steil bergab und sehen schnell die ersten Häuser von Sundern. Dort können wir dann noch einkehren und ein Bier auf Herrn Ehmsen heben, denn sein Weg ist wirklich schön.

Eichholz

Schon im 18. Jahrhundert erholten sich die Arnsberger im stadtnahen Wald Eichholz. Er umfasst 23 Hektar und ist in weiten Teilen als Naturschutzgebiet deklariert. Foto: Julian Stratenschulte

Altstadt

Am Alten Markt in Arnsberg schlägt das historische Herz der Stadt. Viele Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, wie der Glockenturm, das Alte Rathaus, „Zur Krim“ und der Maximilianbrunnen, laden zum erkunden ein. Foto: Wolfgang Detemple

Ehmsendenkmal

Der etwa 8 Meter hohe Pavillon wurde zu Ehren von Ernst Ehmsen, dem Gründer des Sauerländischen Gebirgsvereins, errichtet. Aufgrund seiner besonderen Akustik wird das Denkmal auch „Flüsterhäuschen“ genannt.Von dort aus genießt man eine wunderbare Aussicht auf Arnsberg.

Kloster Wedinghausen

Das Prämonstratenser-Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet  und im Zuge der Säkularisation im Jahre 1803 aufgehoben. Die Klosterkirche, die bereits während des Mittelalters und in der frühen Neuzeit auch Pfarrkirche der Stadt Arnsberg war, ist seit dem 19. Jahrhundert die Gemeinde- und Propsteikirche St. Laurentius. www.kloster-wedinghausen.de Foto: Rainer Knäpper

Haus Hemer

Das Haus Hemer legte den Grundstein für die heutige Stadt Hemer, das war vor rund 1.000 Jahren. In den 1980er Jahren wurde das Gebäude gründlich restauriert und dient heute als Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul. www.haushemer.de Foto: Wikipedia

Sorpesee

Der 8 Kilometer lange Stausee ist der Mittelpunkt der Naherholung in Sundern. Zahlreiche Möglichkeiten rund um Wellness und Wassersport werden hier angeboten. www.sorpesee.de Foto: Wikipedia

Landhotel Gasthof Willecke

Der traditionsreiche Gasthof wird von Ausflüglern wie Einheimischen gern besucht. Das rustikale Restaurant ist montags geschlossen. Landhotel Gasthof Willecke
Markt 5
59846 Sundern-Stockum www.hotel-willecke.de

Landgasthof Kleiner

Der traditionsreiche Landgasthof ist bei Wanderausflüglern beliebt. Die Hotelanlage war früher ein Posthaus. Landgasthof Kleiner
Stockumer Straße 17
59646 Sundern-Stockum
www.landgasthof-kleiner.de

Hotel & Restaurant Seegarten

Zwischen dem Sorpesee und Langscheidts Kurpark liegt das Hotel Seegarten. Gleich drei Restaurants gehören zu der modernen Anlage. Hotel & Restaurant Seegarten
Zum Sorpedamm 21
59846 Sundern www.hotel-seegarten.com

Sauerland-Museum

De vielfältige Geschichte des kurkölnischen Sauerlandes von den Anfängen bis in die Gegenwart ist im Sauerland-Museum ausgestellt. Wechselnde Ausstellungen zu anderen Themen machen das Museum immer wieder interessant. www.sauerland-museum.de

Altes Backhaus

Das Hotel-Cafè-Restaurant liegt mitten in der Altstadt und lockt mit einem gemütlichen "Knusperhauscharakter". Altes Backhaus
Alter Markt 27
59821 Arnsberg www.altesbackhaus.de

Hotel Goldener Stern

Das Bed & Breakfast Hotel ist für Wander- und Radausflügler eine beliebte Unterkunft. Hotel Goldener Stern
Alter Markt 6
59821 Arnsberg www.goldenerstern.com

Companía Café

Das Companía Café ist eine traditionelle Kaffeebar und bietet erlesene Kaffeespezialitäten an. Companía Café
Steinweg 2
59821 Arnsberg

www.compania-cafe.de

Sunderland Hotel

Das 4-Sterne-Hotel hebt sich insbesondere durch seinen afrikanischen Flair hervor. Sunderland Hotel
Rathausplatz 2
59846 Sundern (Sauerland)

www.severin-hotels.de

Naturpark Homert

Der Naturpark Homert erstreckt sich über 550 Quadratkilometer. Zu seinen Naturattraktionen zählen das Felsenmeer bei Hemer, das Hönnetal, die Balver Höhle als größte Kulturhöhle Deutschlands und die Heinrichshöhle. www.naturpark-homert.de Foto: Wikipedia

Sauerland-Theater Arnsberg

Das Sauerland-Theater in Arnsberg zählt zu den kulturellen Zentren der Stadt und hat ein abwechslungsreiches Angebot für Kinder und Erwachsene. www.arnsberg.de/kultur/sauerlandtheater

KulturSchmiede Arnsberg

Modernes Theater, Comedy, Kabarett und Musik gibt es in der KulturSchmiede. Auch Konzerte finden hier regelmäßig statt. www.arnsberg.de/kultur/kulturschmiede Foto: Wikipedia

Oberfreistuhl

Der Oberfreistuhl war eine bedeutende spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gerichts- und Versammlungsstätte. Der Gerichtsbereich unter freiem Himmel liegt in einer baumgesäumten Senke nahe  der Oleypforte unterhalb des Arnsberger Schlosses. Oberfreistuhl
Stadtmauer 5
59821 Arnsberg Foto: Wikipedia

Aussichtsturm Langscheid

Der Turm wurde 1930 fertiggestellt und diente im 2. Weltkrieg als Flak-Abwehr-Gefechtsstand zum Schutz des Sorpesees genutzt. Er ist frei begehbar. Aussichtsturm Langscheid
Ringstr.
59846 Sundern - Langscheid Foto: Wikipedia

Burgruine Hachen

Die Geschichte der 1.000 Jahre alten Burg ist noch nicht abschließend erforscht. Um 1371 war die Burg Hachen Witwensitz der letzten Arnsberger Gräfin Anna. Die Ruine ist frei zugänglich. Burgruine Hachen
Hachener Straße
59846 Sundern - Hachen Foto: Wikipedia

Stadtgalerie Sundern

Der Kunsverein Sundern-Sauerland stellt in der Stadtgalerie regelmäßig regionale, nationale und internationale Kunst der Moderne aus. www.kunstverein-sundern-sauerland.de
Region:
Sauerland
Strecke:
13 km (Höhenunterschied: 664 m)
Dauer:
3,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Wegemarkierung:
„X8"

Höhenprofil

Arnsberg (Westf) Bahnhof

59821 Arnsberg