Auf der Teutoschleife Bevergerner Pättken

Highlight der Tour: Das nasse Dreieck. Kaiser Wilhelm II. mochte nicht nur große Kriegsschiffe, sondern auch die zivile Binnenschifffahrt. Und so entstanden um die Jahrhundertwende zahlreiche Kanäle in Westdeutschland. 1899 wurde der Dortmund-Ems-Kanal vom Kaiser persönlich eröffnet. Als 1916 der Mittellandkanal gebaut wurde, entstand das Nasse Dreieck dort, wo der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet.

Auf der Teutoschleife Bevergerner Pättken
Foto: Tecklenburger Land Tourismus e.V.

Einkehrmöglichkeit

Gasthaus "Am nassen Dreieck". Das passt genau: Am feuchten, Verzeihung, nassen Dreieck kann man seine durstige Kehle anfeuchten. Geöffnet täglich ab 11:00 Uhr. In Hörstel kann man sich im Restaurant Xtra-Gleis im alten Bahnhofsgebäude die Zeit bis zur Abfahrt gut vertreiben. Öffnungszeiten: montags Ruhetag, dienstags bis samstags ab 17:00 Uhr, sonntags ab 9:30 Uhr.
 

Beschreibung der Wandertour

Wir gehen vom Bahnhof Hörstel in östlicher Richtung, also über die Straßenbrücke. Dann geht es weiter auf einem schmalen Pfad, die Bahngleise zur Linken, einige Häuser zur Rechten. Schnell haben wir einen kleinen Wasserlauf erreicht, das ist die Hörsteler Aa. Aa ist ein super Flussname, der sich ideal für Stadt-Land-Fluss eignet. Schnell hingeschrieben und außerdem hat die Aa kein anderer auf der Rechnung. Wir folgen der Hörsteler Aa auf einem wunderschönen Pfad am rechten Ufer an einem Bauernhof vorbei. Wir unterqueren eine Landstraße und gehen weiter an dem kleinen Wasserlauf entlang, vorbei an Feldern, bis wir einen wesentlich größeren Kanal erreichen, den Mittellandkanal.

Hier gehen wir nun rechts auf dem Leinpfad, unter die Autobahn (A30 von Osnabrück nach Amsterdam) hindurch, bis wir drei Kilometer nach dem Bahnhof die Teutoschleife „Bevergerner Pättken“ erreichen. Nachdem wir eine Straßenbrücke unterquert haben, geht es rechts ein paar Stufen hinauf, dann noch über die Huckbergstraße. Und schon macht der Weg seinem Namen alle Ehre, denn wir gehen das „Pättken“, also das Pfädchen, hinauf zum Huckberg. Ungefähr 40 Höhenmeter sind zu überwinden („Puh!“), dann befinden wir uns auf dem Kamm eines schmalen Bergrückens. Von dort oben ergeben sich einige schöne Blicke ins Tecklenburger Land.
 

Bald geht es schon wieder bergab, immer den zahlreichen Markierungen der Teutoschleife folgend. An der Hauptstraße gehen wir in spitzem Winkel wieder Richtung Huckberg, diesmal aber unterhalb des Kamms. Schnell kommen wir an eine mystische Höhle, die Hexenhöhle. Völlig verhext wandern wir weiter, kurz an einer Straße entlang, bevor wir einen Seitenarm des Dortmund-Ems-Kanals erreichen.
 

Es wird maritim, Möwen kreischen, Angler angeln, Schiffe fahren in die große Schleuse hinein und irgendwann überraschenderweise auch wieder hinaus. Wir folgen dem Kanal bis zur Dreierwalder Brücke, die wir überqueren und auf der anderen Seite des Kanals Richtung großer Schleuse gehen. Dann biegen wir in  Richtung Ortszentrum von Bevergern ab und wandern auf schönen, asphaltfreien Wegen durch den Ort bis zur imposanten Windmühle, die aber ihre Flügel verloren hat. Weiter gehen wir am Merschgraben entlang. Das ist eine wirkliche Wanderüberraschung, mitten durch den Ort auf so angenehmen Wegen gehen zu dürfen. Schließlich erreichen wir die große Schleuse und können eine Weile dem gemächlichen Auf und Ab der Schleusentätigkeit zu schauen. Später gehen wir bis zum Bergeshöveder Steg am Nassen Dreieck am Kanal entlang, den wir über jene Brücke überqueren. Vor bei an der Ausstellung der Regionale 2004 erreichen wir das Nasse Dreieck. Das haben wir im Mathematikunterricht gar nicht „dran gehabt“, da lernte man nur etwas über gleichschenklige Dreiecke, nie etwas über nasse Dreiecke. Wir gehen noch ein Stück am Mittellandkanal entlang bis zur Straßenbrücke, wo wir wieder auf unseren Zuweg stoßen und zurück zum Bahnhof Hörstel, erst am Mittellandkanal, später dann an der Hörsteler Aa, entlang wandern.

Bergeshöveder Steg

Die 90 Meter lange Stahlkonstruktion, die den Wanderer trockenen Fußes über den Kanal führt, feierte 2014 ihr 100-jähriges Bestehen. Die Brücke nahe der Bevergerner Schleuse steht unter Denkmalschutz. Foto: Tecklenburger Land Tourismus

Hexenhöhle

Das Bervergener Pättken führt zum Kamm des Huckbergs. Hier befindet sich der Eingang zur Hexenhöhle. Ihren Namen erhielt die Vertiefung im Felsen durch Berichte über heidnische Aktivitäten in der Walpurgisnacht. Foto: Tecklenburger Land Tourismus

Levedagsmühle

Die ehemalige Öl- und Getreidemühle wurde 1804 erbaut und ist eines der Wahrzeichen von Bevergern. Zwar hat das Bauwerk seine Flügel längst verloren, dennoch ist die Levedagsmühle ein echter Blickfang. Foto: Tecklenburger Land Tourismus

Das Nasse Dreieck

Das Nasse Dreieck ist ein Dreh- und Angelpunkt der Binnenschifffahrt. Um die Jahrhundertwende entstand das Dreieck da, wo sich Mittelland- und Dortmund-Ems-Kanal kreuzen.

Foto: Tecklenburger Land Tourismus

Gasthaus Am Nassen Dreieck

Mit Blick über die Kanal- und Schleusenanlage kann man hier auf der Terrasse ganztägig gutbürgerliche Küche genießen. Am Hafen 15
48477 Hörstel
Telefon 05459/1571
www.am-nassen-dreieck.de

XtraGleis

Im Restaurant XtraGleis im alten Bahnhofsgebäude kann man sich die Zeit bis zur Abfahrt gut vertreiben. Bahnhofstraße 52
48477 Hörstel
Telefon 05459/80490
www.xtragleis.de

Kloster Gravenhorst

Das Zisterzienser Kloster entstand im 13. Jahrhundert. Im Norden Deutschlands ist nur diese eine Anlage weitestgehend unversehrt geblieben.
Foto: Wikipedia/Netzschrauber

Naherholungsgebiet Torfmoorsee

Das Areal verdankt seine Entstehung dem Bau der A30 in den 70er Jahren. Der See misst heute 800x600 Meter und lädt zum Schwimmen, Segeln und Angeln ein. Foto: Wikipedia/Sharps

Heimathaus Bevergern

Die malerische Gruppe der drei Fachwerkhäuser dient seit 1966 als Museum für örtliche Geschichte und Kultur. Öffnungszeiten von März bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen von 14.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Foto: Wikipedia/J.H. Janßen

Die Schöne Aussicht

Unmittelbar am Hermannsweg bei Riesenbeck lädt der „Balkon des Münsterlandes“ zum Verweilen ein. Seit 1999 steht der Aussichtspunkt unter Denkmalschutz. Foto: Wikipedia

Red Box Infopavillion „Nasses Dreieck“

Der Infopavillion in Form einer Schleuse bietet mit seiner Aussichtsplattform nicht nur eine tolle Aussicht über die Kanalanlage – er hält auch allerhand interessante Informationen bereit.

Schloss Surenburg

Das kleine Wasserschloss in Riesenbeck ist eines der malerischsten Bauwerke des Münsterlandes. Das Schloss ist dicht umwachsen und bietet in seinem Garten schattige Plätzchen zum Verweilen.

Das Seecafé

Mitten in der idyllischen Seenlandschaft und nahe der historischen Klosteranlage gelegen. Kaffeespezialitäten und frisch gebackene Kuchen stehen auf der Speisekarte. Friedrich-Wilhelm-Straße 42
48477 Hörstel
Telefon 05451/971486
www.das-seecafe.de

Geologischer Lehrpfad Torfmoorsee

Seit 1981 können hier unter anderem Gesteine und Werkzeuge der ehemaligen Preussag-Zeche besichtigt und studiert werden.
Region:
Münsterland
Strecke:
13 km (Höhenunterschied: 83 m)
Dauer:
3 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
Markierung der Teutoschleife

Höhenprofil

Bahnhof Hörstel

48477 Hörstel