Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Auf der Holperdorper Teutoschleife

Highlight der Tour: Der Hermannsweg. Alle Teutoschleifen schmiegen sich an den Hermannsweg. Der Kammweg verläuft über 156 Kilometer als Teil der sogenannten Hermannshöhen von Rheine im Nordwesten über Tecklenburg und Bielefeld bis nach Leopoldstal im Südwesten. Der Name des zertifizierten Weitwanderwegs leitet sich natürlich von Hermann dem Cherusker ab, dem Sieger der legendären Varuschlacht.

Auf der Holperdorper Teutoschleife
Foto: Sabine Malecha & Joachim Lutz

Einkehrmöglichkeit

Der Name der Waldschenke hört sich an wie ein Zauberspruch in einem Harry-Potter-Roman, aber: Malepartus – so hat schon Goethe in der Reineke-Fuchs-Fabel den Fuchsbau genannt. Im Malepartus wird man mit „Servus“ begrüßt, alles ist im alpenländischen Stil: Holz, g’scheite Musi, Schweinshaxe, Maßkrüge, eine Jausenstation halt, auf schwindelerregenden 225 Metern über dem Meeresspiegel.
 

Beschreibung der Wandertour

Wir starten am Rathaus von  Lienen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber immer wenn ich Lienen höre, muss ich an den Ewald denken, den Ex-Fußballer und Trainer. Aber der Ort Lienen, staatlich geprüfter Erholungsort am Fuße des Teutoburger Walds, ist ein hübscher Ort im nördlichen Münsterland. Wir starten an der Bushaltestelle am Rathaus, die aber eher hinter dem Rathaus liegt. Wir gehen in die Spielstraße, überqueren die Hauptstraße und gehen an der Bäckerei Schulte vorbei zu einem ausladenden Fachwerkhaus, dem Haus des Gastes, in dem auch die Tourist Information von Lienen untergebracht ist.

Am Haus des Gastes startet der Zuweg zum geplanten Premiumweg und wir gehen an dem Dorfteich, der Kneippanlage und einem wunderbaren Spielplatz entlang. Bei wem jetzt schon die Socken qualmen, der kann gerne die Schuhe ausziehen und  einige Hundert Meter des bei Familien beliebten Lienener Barfußparks erwandern. Schon die Länge von über zwei Kilometern ist beeindruckend. Und dann geht man noch nackten Fußes unter anderem durch einen Bachlauf, die Liene. Oder den Liene? Wir biegen auf einen schnurgeraden asphaltierten Feldweg, der uns dem Höhenzug des Teutoburger Walds näher bringt. Am Schwimmbadparkplatz erreichen wir den Einstieg in die Holperdorper Teutoschleife.

Wir wandern zunächst am Rande des Teutoburger Waldes durch schöne Buchenwälder mit weiten Blicken ins Münsterland. Dann geht es in nördliche Richtung, der Berg ruft. Vorbei an einer sehr schönen Quelle schlängelt sich unser Weg durch eine ausladende Schlucht hinauf bis auf die Höhe des Teutoburger Waldes. Man sagte mir, im April und Mai solle es am Wegesrand vor Buschwindröschen und Waldmeister wimmeln.

Auf den Höhen des Teutoburger Waldes angekommen, schauen wir in einen Steinbruch mit gigantischen Ausmaßen. Dann geht es kurz auf dem Hermannsweg in nordwestlicher Richtung, bevor wir scharf rechts bergab wandern – der Teutoburger Wald ist ein eher schmaler Gebirgskamm, kaum ist man oben, geht’s auch schon wieder hinab. Dabei ist der nördliche Ausläufer des Teutoburger Walds hügeliger, lieblicher, verspielter als die südlichen Regionen, Enthusiast*innen sprechen von der Toskana des Münsterlandes. Das ist das Schöne an dieser Teutoschleife: Der Holperdorper bespielt beide Seiten des Teutokamms. Wir wandern an einem Feldrain entlang, später an Tannenbäumen, die noch in die Baumschule gehen und  an einem herrlichen Hofgut. Schließlich biegen wir rechts ein auf den Ahornweg, einen Weitwanderweg im Osnabrücker Land, denn – siehe da – wir sind klammheimlich, ganz ohne Schlagbaum und Stacheldraht nach Niedersachsen eingewandert. Obwohl wir auf dem Ahornweg gehen, sind eigentlich im Wald nur Fichten zu sehen. Wir bestaunen eine skurrile Felsformation, Duvensteine genannt, und machen eine kleine Wegschleife vorbei an niedersächsischen Forellenteichen, bevor wir uns wieder Richtung Teutoburger Wald wenden.

Es geht durch das Holperdorper Tal, vorbei an Schafen, an Hunden, an Pferden, an Vogelscheuchen, kurz an einer Landstraße entlang und dann hinauf auf den Kamm, die Hermannshöhe. Dort erreichen wir wieder den Hermannsweg und sind ziemlich schnell am Malepartus angelangt (siehe Einkehrmöglichkeit). Nachdem wir den Ausblick über das Münsterland genossen haben, geht es nur noch über schmale Waldpfade bergab. Wir überqueren eine Landstraße und kommen wieder am Schwimmbad von Lienen an. Wem danach ist, kann sich selbstverständlich im kühlen Nass noch abkühlen. Dann gehen wir auf dem Zuweg nach Lienen wieder zurück zum Rathaus.

Region:
Münsterland
Strecke:
16 km (Höhenunterschied: 392 m)
Dauer:
4,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
schwer
Wegemarkierung:
Teutoschleifen
Lienen, Rathaus

49536 Lienen