Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Nett, netter, Maas-Schwalm-Nette

Das Highlight der Tour: Das Rohrdommel-Projekt. Vor einigen Jahren hat die Biologische Station Krickenberger Seen das sogenannte Rohrdommel-Projekt gestartet. Dafür wurde ein 10 Hektar großes Gelände mit Schilfrohr und – das ist jetzt keine Binsenweisheit – mit Binsen bepflanzt. Ich frage mich: Kann man eigentlich Schilf unter Wasser pflanzen? Egal, auf jeden Fall ist das Projekt ein voller Erfolg geworden, denn nicht nur die Rohrdommel ist dort heimisch geworden, sondern auch Haubentaucher, Schilfrohrsänger, die Bisamratte, der Graureiher und die Nilgänse. Im Schilf und in den Binsen ist ganz schön was los! Aber auch die Fauna spart nicht an Artenvielfalt. Der Froschlöffel, der bittersüße Nachtschatten, der Blutweiderich und der giftige Hahnenfuß fühlen sich am De Wittsee äußerst wohl.

Nett, netter, Maas-Schwalm-Nette
Foto: Stadt Nettetal

Einkehrmöglichkeiten

Das Gasthaus Lüthemühle ist direkt am Weg gelegen, mit absolut sensationellen Öffnungszeiten: Von 8.00 bis 23.00 Uhr durchgehend geöffnet, kein Ruhetag. Wer allerdings etwas Warmes essen möchte, sollte die Küchenzeiten beachten: Von 11.30 bis 14.00 Uhr und von 18.00 bis 21.30 Uhr. Sonn- und feiertags von April bis Oktober allerdings auch durchgehende Küche. Und wer am Gasthaus Lüthemühle schlapp macht, kann dort auch übernachten.

Beschreibung der Wandertour

Wir starten an der Kirche in Lobberich, eine gewaltige Kirche ist das, mit ihren Zwillingstürmen fast der Kölner Dom des Niederrheins. Wir halten uns Richtung Westen und erreichen schnell einen großen Kreisverkehr. Dort bitte links Richtung Sassenfeld entlanggehen. Weiter geradeaus der Sassenfelder Straße folgen. Später leicht links in die Windmühlenstraße einbiegen und diese bis zum Ende gehen. Am großen Kinderspielplatz dann hinunter zum Seeufer, hier erreichen Sie den Premiumweg „Nette Seen“, markiert mit einem geschwungenen „W“. Dieser Markierung W9 folgen wir die komplette Tour.

Wir gehen links um den südlichen Zipfel des Windmühlenbruchs (so heißt der erste See) herum, später an einem Wohngebiet vorbei. Wir wandern durch eine ganz spezielle niederrheinische Bruchlandschaft. Wenn der Wind aus westlicher Richtung kommt, riecht es schon nach Holland, nach Meer, Tulpen und Käse. Wir befinden uns im Naturpark Maas-Schwalm-Nette, das sind drei Flüsse und eine Landschaft, vergleichbar vielleicht mit den drei Flüssen Mosel, Saar und Ruwer, nur das am Niederrhein eben kein Wein angebaut wird.
 

Wir gehen am Klärwerk Nette vorbei, später an einem Fußballplatz rechts, in die Straße mit dem wunderschönen Namen Blumental. Es gibt aber eindeutig weitaus mehr Weidenbäume als Blumen auf diesem Weg zu bestaunen. Wir befinden uns jetzt auf dem E8, einem der vielen europäischen Fernwanderwege. Wer durch die heutige Tour nicht ausgelastet ist, kann entweder durch Holland hindurch bis Irland wandern oder über Österreich und Polen bis an die ukrainische Grenze.
 

Wir überqueren einen sehr schön ausgebauten Bahntrassenradweg. Früher fuhren zwischen Kempen und Kaldenkirchen noch Züge, nun kann man die Landschaft erradeln. Wir haben mittlerweile den wunderschönen De Wittsee erreicht und gehen an einem Miniaturgolfplatz vorbei, der so gepflegt ist, dass er zu einer Runde einlädt. Am De Wittsee gibt es viele Dauercamper und ich sehe sehr viele 1. FC Köln-Fahnen, eigentlich erstaunlich am Niederrhein, der Borussia-Mönchengladbach-Hochburg.
 

Am nördlichen Ende des De Wittsees wandern wir an einem Feuchtbiotop entlang, eine äußerst spektakuläre Wegpassage, denn der Geräuschpegel ist enorm. Dort schnattert, gackert, quiekt und quakt es als gäbe es kein Morgen. Und kein Jäger aus der KitKat-Werbung stört die Idylle. Man sollte einen kleinen Abstecher zur Beobachtungskanzel des Naturschutzprojekts machen, die nicht direkt am Weg liegt. (Siehe auch Highlight der Tour).
 

Dann überqueren wir eine kleine Brücke über die Nette. Dies ist die einzige nennenswerte Steigung der Tour, anderthalb Meter runter, anderthalb Meter hoch. Puh, war das steil. Man muss aber sagen, dass die „Nette Seen“ trotz des flachen Profils eine äußerst abwechslungsreiche Tour ist: Seen, Schilf, Auenlandschaften, Weidenalleen, kleine Aufforstungen, flache Felder, dem Auge wird einiges geboten. Die neun Premiumwege der „Wander.Wasser.Welt“, zu denen auch die Tour rund um Lobberich gehört, sind übrigens die ersten Premiumwege in einer flachen Landschaft überhaupt.
 

Es geht nun eine Weile über weite Felder, wir machen einen weiten Bogen um den Ortsteil Sassenfeld und erblicken am Gasthaus Lüthemühle den nächsten kleinen See, den Ferkensbruch. An der Nette geht es weiter, wir wandern einen wunderbaren Weg an dem kleinen Flüsschen entlang. Schließlich erreichen wir wieder den schon bekannten See Windmühlenbruch und gehen am Spielplatz links zur Windmühlenstraße und am Kreisverkehr vorbei zurück zur Kirche und zur Bushaltestelle.

Region:
Niederrhein
Strecke:
12,8 km (Höhenunterschied: 3 m)
Dauer:
3 bis 4 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
Geschwungenes „W“
Lobberich-Kirche

41334 Nettetal