Eine Collage aus verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus NRW und mehreren Wanderleuten.

Unterwegs auf dem Hollandgängerweg

Highlight der Tour: Der Hollandgängerweg. Dieser 105 Kilometer lange Weitwanderweg von Münster bis zur holländischen Grenze wird vom Baumbergeverein gepflegt, der kleinsten Wandervereinigung Deutschlands. Der Weg erinnert an die Wanderarbeiter*innen, die vor allem im 18. und 19. Jahr hundert zu Fuß nach Holland gingen, um dort bei Erntearbeiten und Torf stechen zu helfen. Was heute für uns die Saisonarbeiter*innen aus östlichen EU- Ländern sind, waren früher die Münsterländer für die holländische Landwirtschaft.

Unterwegs auf dem Hollandgängerweg
Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/Andreas Beulting

Einkehrmöglichkeit

Wer die schnelle Küche Italiens mag, ist bei der Pizzeria Milano richtig. Ein wenig weiter entfernt befindet sich der Gasthof Tennenhof. Hier gibt es täglich deftige Mittagstische und regionale sowie saisonale Spezialitäten.
 

Familien/Handicap-Variante

Der Weg ist in kompletter Länge durchaus familiengerecht. Allerdings würde ich ihn mit älteren Kindern gehen, da er für jüngere Kinder doch etwas ereignisarm ist. Der Weg vom Bahnhof Greven bis zum Freibad an der Ems entlang ist definitiv absolut barrierefrei. Von Hallenbad müssen dann die Rollis den gleichen Weg zurück zum Bahnhof fahren.
 

Beschreibung der Wandertour

Vom Bahnhof Greven aus orientieren wir uns Richtung Stadtmitte und überqueren über eine Fußgängerbrücke mit gelben Leuchten die Ems. Wir können uns ab der Brücke auf die HL-Markierung verlassen. HL steht nicht für Hansestadt Lübeck, sondern ist unsere Markierung des Hollandgängerwegs. Am Ende der Brücke gehen wir rechts auf dem Damm weiter. Schon erstaunlich, dass die harmlose Ems einen regelrechten Deich braucht. Einer Infotafel am Wegesrand entnehmen wir, dass die Ems der einzige deutsche Fluss ist, der durch Sandböden fließt. Außerdem sind die „dynamischen Auenlandschaften“ für die Ems charakteristisch. Wieder emsig etwas gelernt.

Wir unterqueren eine Straßenbrücke und zwei Kilometer hinter dem Bahnhof erreichen wir das Freibad von Greven. Hinter dem Schwimmbadbereich verlassen wir den gepflasterten Deich und gehen rechts auf einem schönen Graspfad direkt ans Ufer der Ems. Die nächsten fünf Kilometer sind pure Wanderlust. Wir gehen auf schmalen Pfaden direkt an der Ems entlang, mal auf sandigem Untergrund (da sind sie wieder, die Sandböden), mal auf Gras. Zunächst wird es aber etwas lauter. Schon von weitem sehen wir die Emsbrücke der A1, eine der wichtigsten europäischen Autobahn routen. Aber bis auf die Brücke sind die Erlebnisse am Uferrand der Ems sehr naturnah: Wir durchqueren einen Tunnel aus Zweigen, sehen einzelstehende Bäume, Wochenendhäuser, holländisch anmutende, flache Weidenlandschaften: Wir sind eben echte Hollandgänger*innen!
 

Sieben Kilometer hinter dem Bahnhof gehen wir an einer Brücke mit der Markierung „HL“ links auf einen asphaltierten Weg. In einem Waldstück erreichen wir kurz danach das Naturschutzgebiet Bockholter Berge. Die Bockholter Berge sind ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und bestehen aus einer Wacholderheide, sandigen Dünen und alten Eichenwäldern. Das Naturschutzgebiet wird so streng geschützt, dass wir durch massive Stahltüren gehen müssen, um weiter dem Hollandgängerweg folgen zu können. Wir durchqueren auf einem tollen Waldpfad die Bockholter Berge, die leider weder hoch noch ausgedehnt sind.
 

Nach dem Landhaus Oeding gehen wir ungefähr zwei Kilometer über asphaltierte Wege, bis wir das erste Hinweisschild Richtung Gelmer sehen. Wir folgen dem Schild und unserer Markierung und gehen links Richtung Dortmund-Ems-Kanal. Es geht über unasphaltierte Wege und durch eine Wohnsiedlung, bis wir vor dem mächtigen Damm des Kanals stehen. Der Dortmund-Ems-Kanal wurde 1899 eröffnet und ist bis heute eine wichtige innerdeutsche Wasserstraße, denn die Ems selber ist nicht schiffbar.
 

Wir wandern einige hundert Meter rechts und verabschieden uns von unserem Hollandgängerweg. Wir nehmen die Rampe zur Strassenbrücke und überqueren links den Kanal. Dann gehen wir die Straße noch einen knappen Kilometer entlang, bis wir den Münsteraner Ortsteil Gelmer und die Bushaltestelle erreichen.

Region:
Münsterland
Strecke:
12 km
Dauer:
3,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Wegemarkierung:
Durchgehend markiert mit „HL"
Greven Bahnhof
Biederlackstraße 12
48268 Greven
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