Der Weg zur Mobilitätswende: Wie geht Köln voran?

Um die Klimaschutzziele der kommenden Jahre zu erreichen, passiert in Köln einiges in Sachen flexibler und nachhaltiger Mobilität.

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In Köln sind tagtäglich eine Menge Menschen unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem E-Scooter, mit dem ÖPNV oder dem Auto. Da Köln bis 2035 klimaneutral sein will, stärken die Stadt sowiedie Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) als ortsansässiges Verkehrsunternehmen nachhaltige Mobilitätsangebote des Umweltverbunds. Denn viele Wege lassen sich in der Domstadt mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Um diese zu fördern, wurden schon zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Welche das genau sind? Wir zeigen Beispiele:

Mehr Ausbau

Damit möglichst viele Menschen auf Bus und Bahn umsteigen, muss das Angebot stimmen – gerade in einer immer weiterwachsenden Stadt wie Köln. Bis 2030 wird sich die Einwohnerzahl von derzeit etwas über einer Million Bürgerinnen und Bürger um bis zu 40.000 erhöhen. All diese Menschen besuchen ihre Familien oder Freunde, gehen zur Arbeit, Schule oder zum Einkaufen. Ob längere Bahnsteige für längere Züge oder der Ausbau des Stadtnetzes: Die KVB stellt gemeinsam mit Städten und Gemeinden aus der Region die Weichen für die Zukunft und arbeitet an Ausbauprojekten wie der Ost-West-Achse oder der Stadtbahn Süd. Ausgebaut wird aber nicht nur der ÖPNV im Großraum Köln, sondern auch die Infrastruktur für Radfahrer*innen. Seit 2016 prüft die Stadt Köln den 10-Punkte-Plan des Aktionsbündnisses #RingFrei für die fahrradfreundliche Umgestaltung der Kölner Ringe und setzt diese Stück für Stück um. Die Ringe sind eine Folge von zusammenhängenden Straßen, die halbkreisförmig rund um die Kölner Altstadt liegen. Mittlerweile wurden neun Kilometer Fahrradinfrastruktur auf den Kölner Ringen fertiggestellt, sodass Radfahrer*innen im Kernbereich durchgängig auf einer Fahrbahn unterwegs sein können.


Mehr Angebot

Von Bus und Bahn, über E-Scooter und Carsharing bis hin zu On-Demand und Leihrädern: Das Mobilitätsangebot in Köln ist vielfältig und deckt schon jetzt unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse ab. Auf diese Weise können Kölner*innen auf das Verkehrsmittel zurückgreifen, das zu ihrer Lebenssituation am besten passt – ganz im Sinne der flexiblen Mobilität. Neu im Sortiment sind übrigens die Elektro-Lastenräder der KVB. Im Rahmen eines Pilotprojekts sind diese an 15 Stationen in den Stadtteilen Nippes, Deutz und Neubrück verfügbar. Dort stehen die Räder bereit, damit Interessierte komfortabel durch die Stadt kommen. Kölner*innen können Einkäufe oder schweres Gepäck transportieren und so testen, ob die Fahrzeuge für sie eine Alternative zum Auto darstellen. Wer ein KVB-Abo hat, profitiert. Den Kund*innen stehen in der Woche 90 Freiminuten zur Verfügung. Das Projekt kommt gut an und wurde 2023 in der Kategorie Service & Kommunikation mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet.


Mehr Komfort

Um ÖPNV-Kund*innen zu halten und zu gewinnen, baut die KVB auch den Komfort in ihren Fahrzeugen aus. Das Verkehrsunternehmen hat zum Beispiel erst kürzlich alle Stadtbahnen mit einer bläulichen Spezialfolie beklebt. Diese reduziert die Sonnenwärmeübertragung und macht die Fahrten an heißen Tagen erträglicher – und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug bereits mit einer Klimaanlage ausgestattet ist. Aktuell sind zwar noch nicht alle Fahrzeuge mit Klimaanlagen ausgestattet, aber mit jedem neuen Fahrzeug verbessert sich der Anteil. Denn: Die KVB schafft seit einigen Jahren nur noch moderne Bahnen an, die dir auch im Sommer die Fortbewegung bei erträglichen Temperaturen ermöglichen.

Mobilität gemeinsam gestalten

Die Stadt Köln möchte den Verkehr zusammen mit den Bürger*innen gestalten – das passiert über einen nachhaltigen Mobilitätsplan. Dabei geht es um die Entwicklung und Ausarbeitung einer konkreten Vorstellung, wie die Mobilität in Köln 2035 aussehen soll. Zum Mobilitätsplan gehört zudem ein Kfz-Grundnetz. In diesem wird festgehalten, auf welchen Straßen der Autoverkehr weiterhin Vorrang haben wird und auf welchen anderen Mobilitätsformen, wie beispielsweise Fahrrädern mehr Raum gegeben wird.

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Mehr alternative Antriebe

Dem Umweltbundesamt zufolge stoßen Busse und Bahnen im Vergleich zum Auto weniger Emissionen aus. Diesen Umweltvorteil des öffentlichen Nahverkehrs bauen Verkehrsunternehmen noch weiter aus, indem sie vermehrt auf alternative Antriebe setzen – so auch die KVB, die im Rahmen des Projekts „Smart City KVB“ immer mehr auf den Betrieb mit E-Bussen umstellt.
Damit aber nicht genug: Mit dem Projekt „Multimodale Lademodul-Integration (MuLI)“ setzt die KVB eine innovative Ladetechnik ein, um ihre E-Busse, aber auch E-Autos generell zu laden. Hierfür wird die Bremsenergie der Stadtbahnen genutzt. Diese wird in Batterie-Blöcken gespeichert und an E-Fahrzeuge abgegeben. Auch die Batterien sind Teil des nachhaltigen Gesamtkonzepts: Denn Grundlage für MuLI sind gebrauchte Hochvolt-Batterien von E-Autos, die für mobile Anwendungen nicht mehr ausreichen, sich aber noch für die Energiespeicherung hervorragend eignen. Und da die KVB für den Stadtbahnbetrieb Ökostrom der RheinEnergie einsetzt, ist auch der wiedergewonnene Strom Ökostrom.