Mobiles, klimafreundliches NRW – was wird dafür getan?

Was bedeutet Mobilitätswende? Was verändert sich wirklich und welche Angebote macht das Land, damit mehr Menschen klimafreundlich mobil werden?

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Ob in die Pedale tretend oder bequem mit dem ÖPNV, dem Sharing-Car oder dem E-Roller – unterschiedliche Verkehrsmittel sorgen dafür, dass du individuell und flexibel ans Ziel kommst. Aber nicht nur das: Mit der Nutzung dieser Angebote sagst du dem Klimawandel den Kampf an, denn auch dein Beitrag ist entscheidend.

NRW steht im bundesweiten Vergleich gut da: Wenn es um das Thema Erreichbarkeit des ÖPNV geht, liegt NRW mit 92,6 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 85,7 Prozent. Die Prozentzahl beschreibt, wie viele Menschen in dem jeweiligen Bundesland höchstens 600 Meter von einer Haltestelle oder maximal 1.200 Meter von einem Bahnhof mit mindestens 28 Fahrtmöglichkeiten am Tag entfernt leben. Die Gewinnerstadt kommt natürlich auch aus Nordrhein-Westfalen: Bonn weist mit 99,95 Prozent das dichteste Haltestellen- und ÖPNV-Netz in Deutschland auf.

Alles nach Fahrplan – oder ganz flexibel

Aber nicht nur für Busse und Bahnen sowie deren Infrastruktur wird viel getan – auch deine flexiblen Bedürfnisse werden beachtet: Für die sogenannte letzte Meile werden Verkehrsmittel der Mikromobilität immer beliebter. In NRW findest du beispielsweise schon an mehr als 100 Mobilstationen flexible Angebote, wie Leihräder, E-Scooter oder Carsharing.

Info

Umweltentlastende Fortbewegungsarten, wie Fahrräder oder E-Bikes werden immer wichtiger, wenn die Mobilität wirklich „verwandelt“ werden soll. Dafür hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr etwa 77 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis 2027 sollen unter anderem 1.000 Kilometer neue Radwege sowie ein flächendeckendes Radverkehrsnetz in NRW geschaffen werden.

Doch es bleibt nicht bei guten Ideen und Visionen – viele Pilotprojekte zeigen bereits, wie die Zukunft der klimafreundlichen Mobilität aussehen kann.

Mobilitätsstadt Köln

Mit zahlreichen Ausbauprojekten vergrößert die Stadt Köln stetig den ÖPNV. Gleichzeitig wird die Infrastruktur für Radfahrende ausgebaut. Mittlerweile sind bereits neun Kilometer Radweg fertiggestellt. Neben Leihrädern, E-Scootern, Bus, Bahn, Carsharing und On-Demand-Diensten bietet der KVB nun auch Elektro-Lastenräder an, die an 15 Stationen in den Stadtteilen Deutz, Neubrück und Nippes bereitstehen. KVB-Abokund*innen können die Räder übrigens 90 Minuten pro Woche kostenlos nutzen. Wer am liebsten mit der Bahn unterwegs ist, kann sich freuen: Die KVB ist dabei, den Komfort auszubauen und hat seine Stadtbahnen beispielsweise mit einer blauen Spezialfolie beklebt, um die Sonnenwärmeübertragung einzudämmen. Zusätzlich sind viele Bahnen bereits mit einer Klimaanlage ausgestattet. Doch die Stadt prescht nicht allein vor. Gemeinsam mit den Bürger*innen wird ein nachhaltiger Mobilitätsplan erstellt, um konkrete Vorstellungen für die Mobilität in 2025 auszuarbeiten. Dies geschieht beispielsweise durch Mobilitätsforen, Dialogformate und Umfragen.

Modellprojekt „Autofreier Alter Flecken“

Vom 24. Juli bis zum 3. September 2023 wurde die Verkehrsführung in der Freudenberger Altstadt verändert. Parken war nur noch in gekennzeichneten Flächen erlaubt und die Querstraßen wurden für das sechswöchige Modellprojekt umgestaltet. Statt Abgasen und lauten Motoren gab es Rasenteppiche, Blumenkästen, Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten für Kinder. Gleichzeitig wurde die Altstadt an Mobilstationen angebunden und Quartiersgaragen wurden geschaffen. Das Modellprojekt, welches durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr gefördert wurde, hat ein neues Mobilitätskonzept angestoßen. Bis 2026 soll der historische Stadtkern umstrukturiert werden, sodass der Verkehr in den Randbereichen abgefangen werden soll, um die Innenstadt sicherer, sauberer und nachhaltiger zu halten.

Der Schnellweg fürs Rad

Im Ruhrgebiet unterwegs sein, ohne lange im Stau zu stehen? Das geht – und zwar mit dem Fahrrad. Der Radschnellweg Ruhr wird seit 2015 Stück für Stück ausgebaut. Dafür werden meist stillgelegte Bahntrassen genutzt. Seitdem lässt sich bereits ein sechs Kilometer langer Teilabschnitt zwischen Mülheim an der Ruhr und Essen zurücklegen sowie Strecken in Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund. Zudem wurde im Jahr 2022 beschlossen, dass die Strecke nicht wie ursprünglich geplant in Duisburg, sondern etwa 15 Kilometer weiter westlich in Moers enden soll.

In NRW hat sich bereits viel getan, wenn es um Ausbau und Modernisierung des öffentlichen Verkehrs geht – und das Land arbeitet an zahlreichen weiteren Projekten, um den Wandel der Mobilität voranzutreiben. Die ÖPNV-Offensive wird mit mehreren Milliarden Euro gefördert, um dir ein bestmögliches Angebot zu bieten.

Wer einsteigt, #fahrändert was

Warum entscheidest du dich für öffentliche und flexible Mobilitätsangebote? Nenne uns deinen persönlichen Grund und werde Teil der Fahränderung.